Während die Technologiewerte an der Wall Street deutlich nachgaben, ging es bei Procter & Gamble in die Gegenrichtung. Die Aktie legte am Donnerstag um 5,6 Prozent zu und stützte damit den Dow Jones, der sich als einer der wenigen großen Indizes behauptete.
Kostendruck aufgefangen
Der Konsumgüterkonzern hat im ersten Geschäftsquartal gestiegene Treibstoffkosten durch Umsatzwachstum ausgeglichen. Die Zahlen fielen besser aus als erwartet. Das reichte für einen kräftigen Kurssprung in einem Marktumfeld, in dem Anleger sonst vor allem verkauften.
Die Kostenfrage bleibt dabei relevant. Brent verteuerte sich zuletzt um 4 Prozent auf 113,17 Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit Anfang Mai. Auslöser waren neue Angriffe der Huthi-Rebellen auf saudische Energieinfrastruktur. Für einen Hersteller mit umfangreichen Transport- und Rohstoffketten sind höhere Energiepreise ein Belastungsfaktor. Dass P&G ihn im Quartal über das Umsatzwachstum auffangen konnte, kam am Markt gut an.
Flucht in defensive Titel
Das Umfeld spielte dem Konzern in die Karten. Der Nasdaq Composite verlor 2,6 Prozent, sein größter Tagesverlust seit Juni. Auslöser waren Sorgen um die Rentabilität der massiven KI-Investitionen. Der Halbleiterindex fiel um 6,7 Prozent, Meta gab nach der Ankündigung neuer stimmrechtsloser Aktien rund 7 Prozent ab.
Anleger schichteten in defensivere Sektoren um. Der Dow Jones schloss dank P&G praktisch unverändert bei knapp 52.868 Punkten, der S&P 500 verlor 1,2 Prozent. Parallel dazu suchten Investoren Schutz in Staatsanleihen: Die Rendite zehnjähriger US-Papiere fiel erstmals seit einem Monat wieder unter 5 Prozent.
Ein Teil der Kursbewegung dürfte damit auf die Rotation zurückgehen und nicht allein auf die Quartalszahlen. Händler verwiesen darauf, dass Konjunktursorgen derzeit schwerer wiegen als Inflationsängste. Das spricht für Titel mit stabiler Nachfrage, wie sie P&G bietet.
Im vorbörslichen Handel deuteten die Futures auf einen weitgehend unveränderten Start hin, Dow-Futures lagen leicht im Plus. Nächste Woche steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank an. Höhere Energiepreise könnten dabei den Inflationsausblick erschweren und damit auch für Konsumgüterwerte relevant werden.
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