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Procter & Gamble Aktie: Das Schlimmste vorbei?

P&G meldet stagnierende Umsätze und sinkende Absatzmengen, hält jedoch an der Gewinnprognose fest. Die Aktie reagiert positiv auf die Aussicht, dass das schwierigste Quartal überstanden ist.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Absatzvolumen sank im Gesamtkonzern um ein Prozent
  • Bereinigter Gewinn pro Aktie übertrifft Erwartungen
  • Management hält Kerngewinn-Prognose für das Jahr aufrecht
  • Neuer CEO soll Wachstumsstrategie im Februar vorstellen

Der Konsumgüterriese Procter & Gamble navigiert durch schwieriges Fahrwasser: Schwächelnde Nachfrage und sinkende Absatzmengen prägten das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026. Dennoch reagierten Anleger erleichtert auf den Geschäftsbericht, und die Aktie konnte zulegen. Der Grund für diese scheinbar widersprüchliche Reaktion liegt weniger in den aktuellen Zahlen als in einem Versprechen des Managements für die zweite Jahreshälfte.

Gemischte Zahlen und stagnierendes Wachstum

Die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse zeichnen das Bild eines Unternehmens, das mit Kaufzurückhaltung kämpft. Zwar konnte P&G beim bereinigten Gewinn pro Aktie mit 1,88 USD die Erwartungen der Wall Street knapp übertreffen, doch der Umsatz enttäuschte. Die Erlöse lagen mit 22,21 Milliarden USD unter den Prognosen.

Besonders schwer wiegt die Entwicklung beim Absatzvolumen: Insgesamt ging die verkaufte Menge um 1 Prozent zurück. Das organische Umsatzwachstum stagnierte bei null Prozent – ein klares Signal, dass die zugrunde liegende Nachfrage derzeit fehlt. Der ausgewiesene Nettogewinn fiel aufgrund von Restrukturierungskosten sogar auf 4,32 Milliarden USD.

Sparten im Vergleich: Pflegeprodukte schwächeln

Ein tieferer Blick in die Segmente offenbart die Problemzonen des Konzerns. Drei der fünf Geschäftsbereiche verzeichneten rückläufige Absatzmengen:

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  • Verlierer: Am härtesten traf es das Segment für Baby-, Damen- und Familienpflege. Hier brach das Volumen um 5 Prozent ein. Finanzchef Andre Schulten erklärte dies unter anderem mit schwierigen Vergleichswerten aus dem Vorjahr, als Einzelhändler ihre Lagerbestände vorsorglich aufgefüllt hatten.
  • Gewinner: Lichtblicke gab es hingegen im Beauty-Sektor (organisches Umsatzplus von 4 Prozent) und im Gesundheitsbereich, die sich gegen den negativen Trend stemmen konnten.

Ausblick und Dividende

Aufgrund der erwähnten Restrukturierungskosten senkte das Management die Prognose für den ausgewiesenen Gewinn (GAAP EPS). Wichtiger für die Börse war jedoch, dass die Prognose für den bereinigten Kerngewinn (Core EPS) unverändert blieb. Trotz der operativen Herausforderungen hält der Dividendenaristokrat an seiner Ausschüttungspolitik fest: Allein im abgelaufenen Quartal flossen 4,8 Milliarden USD über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre.

Die Hoffnung auf die Wende

Dass die Aktie aktuell bei 150,79 USD notiert und sich stabilisiert zeigt, liegt am optimistischen Blick nach vorn. CFO Schulten bezeichnete das abgelaufene Quartal als das voraussichtlich schwächste des gesamten Geschäftsjahres. Das Management setzt auf Produktinnovationen und eine Erholung in internationalen Märkten, um in den verbleibenden Quartalen wieder Wachstum zu generieren.

Zudem steht ein Führungswechsel im Fokus: Der neue CEO Shailesh Jejurikar hat sein Amt erst diesen Monat angetreten. Investoren warten nun gespannt auf den Februar. Auf der anstehenden CAGNY-Konferenz wird erwartet, dass die neue Führung konkrete Details vorlegt, wie der Konzern „neu erfunden“ und zurück auf den Wachstumspfad geführt werden soll.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.