Der 84-prozentige Kurssturz seit Jahresbeginn setzt Powermax Minerals massiv zu. Die Aktie des Explorationsunternehmens notiert bei 0,18 Euro auf ihrem 52-Wochen-Tief. Nun legt der Konzern ein fünftes Seltene-Erden-Projekt nach. Allein: Harte Explorationsdaten, die den Kurs stützen könnten, bleiben aus.
Powermax Minerals hat Anfang Mai eine Option auf das Hopkins Rare Earths Project in Ontario vereinbart. Das Unternehmen kann 100 Prozent an dem Projekt erwerben, vorbehaltlich einer Lizenzgebühr von zwei Prozent auf künftige Netto-Erlöse aus der Schmelze. Das 5.900 Hektar große Grundstück umfasst 13 Claims in den Gemeinden Hopkins und Mowbray.
Ein neuer geologischer Baustein
Die Akquisition erweitert das bestehende Portfolio. Bislang hält Powermax das Cameron-Projekt in British Columbia, die Projekte Atikokan und Pinard in Ontario sowie das Ogden Bear Lodge Projekt in Wyoming. Neu hinzu kommt mit Hopkins ein alkalischer Intrusivkomplex – ein geologisches Milieu, das häufig mit Seltenerd-Mineralisationen in Verbindung steht.
Frühere Arbeiten in der Region wiesen unter anderem Monazit sowie Cer-Lanthan-Silikatphasen nach. Allerdings betont das Unternehmen, dass diese Daten nicht verifiziert seien und nicht zwingend auf das eigene Grundstück übertragen werden könnten. Geplant sind zunächst luftgestützte Geophysik, radiometrische Messungen, Kartierungen und geochemische Probenahmen.
Kurs bricht trotz Portfolioausbau ein
Die Nachricht vom fünften Projekt hat den Abwärtstrend nicht gestoppt. Im Gegenteil. Die Aktie verlor auf Wochensicht 3,7 Prozent, auf Monatssicht 9,9 Prozent. Mit 0,18 Euro notiert der Wert nur einen Cent über dem Tief vom Mai. Die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet rund 13,8 Millionen kanadischen Dollar.
Powermax bleibt ein reiner Frühphasen-Explorer ohne Produktion. Es fehlen frische Bohrergebnisse, eine Ressourcenschätzung oder eine Finanzierungsrunde, die eine neue Story liefern.
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Geopolitische Rückenwinde – aber keine Kurswirkung
Der Makrokontext für Seltene Erden ist grundsätzlich positiv. China kontrolliert rund 60 Prozent des globalen Abbaus und 90 Prozent der Verarbeitungskapazitäten. Der Pentagon-Bedarf für Drohnen, Raketen und Elektronik steigt. Ab 2027 schränken US-Verteidigungsregeln den Einkauf von Magneten aus China und Russland ein.
Die globale REE-Nachfrage soll sich bis 2035 verdreifachen – angetrieben von E-Autos, Windkraft und KI-Chips. Auch Kanada hat seine Liste kritischer Mineralien 2024 aktualisiert und Seltene Erden priorisiert.
Doch dieser Rückenwind allein trägt den Kurs nicht. Der nächste konkrete Katalysator kommt im November 2026, wenn das US-chinesische Handelsabkommen ausläuft. Eine Eskalation könnte den Blick wieder auf nordamerikanische REE-Projekte lenken.
Cameron liefert erste Daten, Hopkins bleibt Spekulation
Während Hopkins noch vor dem ersten Bohrprogramm steht, liegen vom Cameron-Projekt in British Columbia bereits Ergebnisse vor. Bodenproben ergaben Gesamtseltenerdoxid-Werte zwischen 135 und 2.840 ppm – ein mineralisierter Korridor von über einem Kilometer Länge.
Auch das Atikokan-Projekt in Ontario lieferte im März 2025 eine integrierte geochemisch-geophysikalische Interpretation mit priorisierten Zielzonen. Ob diese Daten ausreichen, um den Abwärtstrend zu brechen, ist offen. Mit nun fünf Projekten in drei kanadischen Provinzen und einem US-Bundesstaat setzt Powermax auf ein Portfolio-Modell. Der Markt wartet auf harte Fakten – nicht auf Claims.
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