Verbrenner statt Batterie, Schrumpfkur in China, Sonderlasten in Milliardenhöhe — Porsche AG befindet sich mitten in einem der tiefgreifendsten Umbau-Prozesse seiner jüngeren Geschichte. Am 29. April 2026 legt das Unternehmen seine Q1-Zahlen vor. Dann wird erstmals messbar, ob der Kurswechsel von CEO Dr. Michael Leiters in den operativen Kennzahlen ankommt.
Kehrtwende beim Antrieb
Der strategische Kern des Umbaus ist eine klare Abkehr vom Elektro-Absolutismus. Unter Leiters rücken Verbrenner und Plug-in-Hybride wieder ins Zentrum der Modellplanung. Besonders sichtbar wird dies beim geplanten Luxus-SUV oberhalb des Cayenne: Ursprünglich als reines Elektrofahrzeug konzipiert, kommt es nun zunächst ausschließlich mit Verbrennungs- und Hybridantrieb auf den Markt.
Auch die 718-Baureihe bleibt nicht unberührt. CEO Leiters bestätigte zwar, an der elektrischen Variante festzuhalten — schließlich nutzt Audi dieselbe Plattform für seinen TT-Nachfolger. Berichten zufolge sollen Kunden der nächsten Generation jedoch auch Verbrenner-Optionen wählen können.
Der Treiber hinter dieser Neuausrichtung ist eindeutig: Die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen im Luxussegment wächst weltweit langsamer als erwartet. Dass die Taycan-Auslieferungen 2025 um 22 Prozent sanken, dürfte die Entscheidung beschleunigt haben.
Struktureller Rückzug aus China
Parallel zur Antriebsstrategie vollzieht Porsche einen tiefgreifenden Schnitt in seinem einstigen Wachstumsmarkt. Das Händlernetz in China soll bis Ende 2026 von 150 auf 80 Standorte halbiert werden. Hintergrund ist ein Auslieferungsrückgang von 26 Prozent auf 42.000 Einheiten im vergangenen Jahr — kein vorübergehender Dämpfer, sondern Ausdruck eines strukturellen Nachfragerückgangs im chinesischen Luxussegment.
Die Devise lautet „Value over Volume“: Weniger Standorte sollen die Preissetzungsmacht schützen, die im anhaltenden Preiskampf rund um Elektrofahrzeuge zunehmend unter Druck gerät.
Milliardenschwere Sonderlasten, vorsichtiger Ausblick
Der Umbau hat seinen Preis. Das operative Ergebnis 2025 schrumpfte von 5,64 Milliarden Euro auf 413 Millionen Euro. Außerordentliche Aufwendungen von rund 3,9 Milliarden Euro sind dafür verantwortlich — davon allein 2,4 Milliarden Euro für die Neuausrichtung der Produktstrategie und 700 Millionen Euro für batterietechnologische Aktivitäten. Die Dividende für Vorzugsaktionäre wurde entsprechend von 2,31 Euro auf 1,01 bis 1,07 Euro zurückgeschnitten.
Vollständig bereinigt ist die Rechnung auch 2026 nicht. CFO Dr. Jochen Breckner stellte klar, dass die Restrukturierung im laufenden Jahr weiterhin Einmaleffekte im hohen dreistelligen Millionenbereich hinterlassen wird. Dennoch peilt das Management eine deutliche Erholung an: eine operative Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent bei einem Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro.
Analysten uneinig, Aktie unter gleitenden Durchschnitten
Das Meinungsbild unter Analysten bleibt gespalten. JPMorgan geht davon aus, dass Porsche die operativen Ziele im ersten Quartal weitgehend erreicht hat, und bestätigt ein Kursziel von 50 Euro. Jefferies nimmt eine defensivere Haltung ein und setzt den fairen Wert bei 41 Euro an.
Die Aktie notiert derzeit bei rund 39,10 Euro — knapp unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 39,69 Euro und rund 8,6 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Die Q1-Zahlen am 29. April werden zeigen, ob Leiters‘ Umbaukurs die erhofften Margeneffekte bereits ansatzweise liefert — oder ob Porsche das laufende Jahr erneut mit Enttäuschungen beginnt.
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