Morgen startet die Auto China in Peking. Porsche nutzt die Messe für die Premiere des neuen elektrischen Cayenne. Das Luxus-SUV soll die Wende bringen. Denn im einst wichtigsten Wachstumsmarkt stottert der Motor gewaltig.
Radikaler Umbau im Vertrieb
Im ersten Quartal lieferte Porsche in China nur gut 7.500 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Minus von 21 Prozent. Die Stuttgarter spüren die schwache Nachfrage im Luxussegment.
Die Folge: ein harter Schnitt. Das chinesische Händlernetz schrumpft massiv. Bis Ende 2026 halbiert der Autobauer seine Standorte auf rund 80. Die Devise lautet „Value over Volume“ – Profitabilität vor reiner Masse.
Modellwechsel belasten den Absatz
Neben dem China-Geschäft drückten Modellwechsel auf die Zahlen. Beim Panamera brachen die Auslieferungen um 42 Prozent auf knapp 4.500 Stück ein. Porsche führt in China ab April spezielle Ausstattungen ein. Kunden hielten sich im Vorfeld zurück.
Ein Lichtblick bleibt der Klassiker. Der Absatz des Porsche 911 legte um 22 Prozent zu. Parallel löst Nordamerika China als wichtigste Region ab. Dort verkaufte der Konzern im Quartal über 18.300 Autos.
Elektro-Offensive und Prognose
Der neue elektrische Cayenne flankiert den Strategiewechsel. In Deutschland startet das Basismodell bei gut 105.000 Euro. Um Risiken abzufedern, baut Porsche die Verbrenner- und Hybridversionen des SUVs bis über das Jahr 2030 hinaus.
Für das laufende Jahr peilt das Management eine operative Umsatzrendite von bis zu 7,5 Prozent an. Der Umsatz soll bei rund 35 Milliarden Euro liegen.
An der Börse sorgte das zuletzt für leichte Erholung. Die Aktie kletterte in den vergangenen 30 Tagen um knapp elf Prozent auf 41,51 Euro. Analysten bewerten die Lage dennoch unterschiedlich. Kepler Cheuvreux stufte die Papiere kürzlich auf „Reduce“ ab. Bernstein bleibt optimistisch.
Am 29. April präsentiert Porsche die detaillierten Zahlen für das erste Quartal. Dann muss das Management beweisen, dass die radikale Restrukturierung erste operative Vorteile bringt.
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