Drei Baustellen gleichzeitig — das ist die Ausgangslage, mit der CEO Michael Leiters Porsche in Richtung 2035 führen will. Die US-Zölle treffen den Stuttgarter Sportwagenbauer strukturell härter als fast jeden anderen Premiumhersteller. Und in China schrumpft das Geschäft schneller, als neue Strategien greifen können.
Zoll-Nachteil ohne US-Fabrik
Der Kern des Problems: Porsche produziert ausschließlich in Deutschland und der Slowakei — eine US-Fertigung existiert nicht. Dabei entfällt rund ein Drittel der Verkäufe auf den amerikanischen Markt. Der aktuelle Zollsatz von 15 Prozent auf EU-Fahrzeuge, rückwirkend zum 1. August 2025 vereinbart, kostete Porsche im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 700 Millionen Euro. Solange keine eigene US-Produktion aufgebaut wird, bleibt diese Belastung strukturell bestehen — unabhängig davon, wie sich die Verhandlungen zwischen EU und USA weiterentwickeln.
Der Konzernumsatz sank 2025 auf 36,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis brach auf 413 Millionen Euro ein. Neben den Zollkosten belasteten außerordentliche Aufwendungen von insgesamt rund 3,9 Milliarden Euro — für die Produktstrategie-Neuausrichtung, Batterieaktivitäten und eben die US-Zölle. Die Dividende wurde auf 1,00 Euro je Stammaktie gekürzt, liegt aber noch über der internen 50-Prozent-Richtlinie.
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China: Stabilisierung statt Wachstum
In China fielen die Auslieferungen um 26 Prozent auf 42.000 Einheiten. Als Reaktion halbiert Porsche das dortige Händlernetz auf 80 Standorte bis Jahresende. Heimische Hersteller haben laut UBS ihren Marktanteil auf 68 Prozent ausgebaut — verlorenes Terrain, das sich angesichts veränderter Kundenpräferenzen kaum zurückgewinnen lässt. Das erklärte Ziel lautet nun: stabile Volumina auf niedrigerem Niveau, kein Preiskampf.
Leiters setzt auf Premiumisierung und Portfolioausbau
Rund 70 Tage nach seinem Amtsantritt im Januar skizzierte Leiters die Konturen seiner Strategie 2035. Das Produktportfolio soll in margenstärkere Segmente wachsen — konkret prüft Porsche Modelle oberhalb der bisherigen zweitürigen Sportwagen und oberhalb des Cayenne. Gleichzeitig wurde die ursprünglich geplante dedizierte Elektro-Plattform aufgegeben; Verbrenner und Hybride erhalten verlängerte Lebenszyklen, während der vollelektrische Cayenne hochgefahren wird.
Für 2026 erwartet Porsche eine operative Umsatzrendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent bei Erlösen von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Ob sich diese Margenverbesserung tatsächlich materialisiert, zeigt sich erstmals am 29. April, wenn Porsche die Q1-Zahlen vorlegt. Die Aktie notiert mit einem Abstand von fast 20 Prozent zum 52-Wochen-Hoch — der Quartalsbericht wird zeigen, ob Leiters‘ Umbaukurs beim Markt Vertrauen zurückgewinnt.
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