Wer bei Porsche bleibt, bekommt eine Jobgarantie bis 2035. Wer bleibt, muss dafür aber auch zahlen: weniger Weihnachtsgeld, eingefrorene Tarifsteigerungen, weniger Homeoffice. Der Sportwagenhersteller hat sein Sparprogramm noch einmal deutlich nachgeschärft — und zeigt damit, wie ernst die Lage in Zuffenhausen inzwischen ist.
Noch einmal 5.000 Stellen weniger
Zusätzlich zu den bereits angekündigten 3.900 Stellen streicht Porsche in den kommenden Jahren weitere 5.000 Arbeitsplätze an den Standorten Zuffenhausen und Weissach. Rechnet man rund 500 Stellen bei Tochtergesellschaften hinzu, kommt der Autobauer auf einen Gesamtabbau von etwa 8.900 Jobs. Betriebsbedingte Kündigungen soll es dabei nicht geben — der Abbau läuft über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge.
Im Gegenzug für die Standortsicherung bis 2035 müssen die verbleibenden Beschäftigten Einschnitte hinnehmen. Ein Teil der Tarifsteigerungen wird bis 2035 einbehalten, das Weihnachtsgeld sinkt schrittweise, und auch Führungskräfte verzichten 2027 und 2028 auf Gehaltserhöhungen. Homeoffice ist künftig nur noch an acht statt zwölf Tagen im Monat möglich. Parallel dazu will Porsche rund 2,1 Milliarden Euro in beide Standorte investieren — ein Signal, dass Zuffenhausen und Weissach als Kernwerke erhalten bleiben sollen.
China-Schwäche trifft auf schrumpfende Marge
Der verschärfte Sparkurs kommt nicht aus dem Nichts. Die Nachfrage in China ist eingebrochen, hinzu kommen höhere US-Zölle und Elektro-Investitionen, die bislang nicht die erhofften Stückzahlen bringen. Verkaufte Porsche vor drei Jahren noch rund 320.000 Fahrzeuge, rechnet der Konzern für 2026 nur noch mit etwa 250.000 Auslieferungen.
Das schlägt auf die Zahlen durch. Im ersten Halbjahr 2026 stand ein operativer Gewinn von 1,35 Milliarden Euro in den Büchern, die operative Marge lag bei 7,8 Prozent — weit entfernt von den einst üblichen rund 15 Prozent, mit denen Porsche als eine der wichtigsten Ertragssäulen des Volkswagen-Konzerns galt.
Konzernchef Michael Leiters setzt neben dem Stellenabbau auch beim Modellprogramm den Rotstift an. Einzelne Varianten sollen gestrichen werden, um die Produktion schlanker aufzustellen. Ob das reicht, um die Marge wieder in Richtung der alten Werte zu bringen, hängt vor allem davon ab, wie schnell sich das China-Geschäft stabilisiert.
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