Innerhalb einer Woche stieg die Aktie von POET Technologies um über 100 Prozent — und verlor danach fast alles wieder. Was bleibt, ist ein Unternehmen mit kaum Umsatz, einer milliardenschweren Marktkapitalisierung und einem frisch gecancelten Großauftrag.
Der Absturz nach der Euphorie
Auslöser des Kursanstiegs war eine scheinbare Bestätigung des CFO: POET habe einen Auftrag über Marvells Tochter Celestial AI erhalten. Die Aktie verdoppelte sich. Dann folgte die Ernüchterung.
Am 23. April 2026 kündigte Marvell Semiconductor sämtliche Bestellungen von Celestial AI — schriftlich und mit Begründung. POET habe vertrauliche Informationen zu Aufträgen und Lieferungen offengelegt und damit Geheimhaltungspflichten verletzt. Ob POET rechtlich dagegen vorgeht, ließ das Unternehmen offen.
Der Kurs brach daraufhin an einem einzigen Handelstag um 17,8 Prozent ein. Die Jahresgewinne 2026 schrumpften auf 3,5 Prozent. Vom Jahreshoch ist die Aktie inzwischen rund 57 Prozent entfernt.
Was noch im Auftragsbuch steht
Wenig. POET verweist auf einen separaten Produktionsauftrag eines anderen Technologieunternehmens im Wert von rund 5 Millionen Dollar. Außerdem plant das Unternehmen, 2026 mehr als 30.000 optische Engines auszuliefern. Ob dieser Zeitplan nach dem Marvell-Debakel noch hält, ist offen.
Hinzu kommen mehrere Sammelklagen amerikanischer Anleger. Die Klagen laufen, der Marvell-Streit ist ungelöst. Kein Wunder, dass Investoren die Substanz des Unternehmens neu bewerten.
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Cashreserve als Puffer
POET verliert seit 20 Jahren Geld. Im vierten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von gerade einmal 341.000 Dollar — bei einem Nettoverlust von 42,7 Millionen Dollar. Parallel dazu sammelte POET 375 Millionen Dollar frisches Kapital ein.
Das Ergebnis: rund 430 Millionen Dollar in der Kasse. Diese Reserve gibt dem Unternehmen Zeit, neue Kunden zu gewinnen und die Technologie weiterzuentwickeln. Wie viel Zeit, hängt vom Tempo der Verluste ab.
Hauptversammlung im Juni
Strukturell steht eine weitere Entscheidung an. Der Vorstand hat beschlossen, POET in die USA umzusiedeln und den Firmensitz dorthin zu verlegen. Die Aktionäre sollen darüber auf der Hauptversammlung am 26. Juni 2026 abstimmen.
Das Ziel: die PFIC-Einstufung als passive ausländische Investmentgesellschaft künftig zu vermeiden. Für US-Anleger hätte das steuerliche Vorteile. Das Management geht davon aus, dass POET für das Geschäftsjahr 2026 nicht als PFIC eingestuft wird.
Der nächste konkrete Prüfpunkt ist damit der 26. Juni. Bis dahin braucht POET vor allem eines: neue Auftragsankündigungen, die zeigen, dass die Nachfrage nach optischen Engines über Celestial AI hinausgeht.
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