Ein unbedachtes Interview kostet POET Technologies einen Großauftrag und fast die Hälfte des Börsenwerts. Nun folgt das juristische Nachspiel. Eine Sammelklage wirft dem Management Wertpapierbetrug vor. Das Vertrauen der Anleger ist massiv beschädigt.
Teures Interview
Mitte April schien die Welt für das Photonik-Unternehmen noch in Ordnung. Finanzchef Thomas Mika bestätigte in einem Interview einen Auftrag von Celestial AI. Die Firma gehört zu Marvell Technology. Der Aktienkurs verdoppelte sich daraufhin binnen einer Woche. Die Freude währte kurz. Marvell stornierte den Auftrag umgehend. Als Grund nannte der Konzern die Verletzung von Geheimhaltungspflichten. Am 27. April stürzte die POET-Aktie um über 47 Prozent auf 7,95 US-Dollar ab.
Mehrere Anwaltskanzleien bündeln jetzt die Verluste der Aktionäre. Die Klagen richten sich gegen Mika und einen weiteren Manager. Sie werfen den Führungskräften vor, falsche Bilanzerklärungen unterschrieben zu haben. Neben dem geplatzten Deal geht es um den Steuerstatus. POET gilt nach US-Recht offenbar als passive ausländische Investmentgesellschaft. Das Management hat dieses Risiko laut den Klägern verschwiegen.
Hohe Verluste und ein Umzug
Die operative Lage bleibt angespannt. Im Jahr 2025 verbuchte POET einen Umsatz von rund einer Million US-Dollar. Dem stand ein Nettoverlust von fast 63 Millionen gegenüber. Allein die Forschung verschlang zweistellige Millionenbeträge.
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Um die steuerlichen Wogen zu glätten, plant der Vorstand einen Umzug. POET soll seinen rechtlichen Sitz in die USA verlegen. Das würde künftige Steuerstrafen für US-Aktionäre ausschließen.
Hebelprodukt erhöht Volatilität
Parallel dazu heizt ein neues Finanzprodukt den Handel an. Defiance ETFs hat kürzlich einen Hebel-Fonds auf POET aufgelegt. Der ETF verdoppelt die täglichen Kursbewegungen der Aktie nach oben wie nach unten. Das zieht spekulative Trader an. Für langfristige Anleger birgt die Konstruktion durch Zinseszinseffekte erhebliche Risiken.
Aktuell hat sich die Aktie bei rund 9,40 US-Dollar stabilisiert. Das Management steht nun unter Zugzwang. Die anstehenden Ergebnisse für das erste Quartal treffen auf einen nervösen Markt. Ohne operative Fortschritte rückt der juristische Konflikt weiter in den Vordergrund.
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