POET Technologies erlebt derzeit extreme Kontraste. Während Hunderte Millionen für den Ausbau der KI-Produktion fließen, formiert sich eine massive juristische Front gegen das Unternehmen.
Frist für Sammelklage rückt näher
Bis Ende Juni läuft die Frist für geschädigte Investoren. Mehrere Kanzleien trommeln derzeit für eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs. Allein heute veröffentlichten zwei weitere Anwaltsbüros entsprechende Aufrufe.
Der Ursprung des Streits liegt im April 2026. Der Finanzchef plauderte in einem Social-Media-Interview Details über eine Lieferantenbeziehung aus. Daraufhin stornierte der Partner Celestial AI sämtliche Bestellungen. Die Aktie brach an einem einzigen Tag um rund 47 Prozent ein.
Flucht aus dem Steuer-Nachteil
Parallel dazu plant das Management einen weitreichenden Umbau. Der Hauptsitz soll in die USA verlegt werden. Die Aktionäre stimmen noch in diesem Monat darüber ab.
Das Ziel: POET will seinen steuerlichen Status als passive ausländische Investmentgesellschaft loswerden. Diese Einstufung bringt komplexe Pflichten für US-Aktionäre mit sich. Das Management macht diesen Umstand für das mangelnde Interesse institutioneller Investoren verantwortlich. Ab 2026 soll dieses Hindernis der Vergangenheit angehören.
Millionen für die Kapazitätserweiterung
Operativ drückt der Konzern derweil aufs Tempo. Im Mai sicherte sich POET eine Finanzspritze von 400 Millionen US-Dollar. Ein einzelner institutioneller Käufer stellte das Kapital zur Verfügung.
Die Mittel fließen in eine massive Erweiterung der Infrastruktur. Das Unternehmen will die Produktionskapazität für optische Komponenten verzehnfachen, um sich auf einen Großauftrag von Lumilens vorzubereiten. Dieser Vertrag könnte über fünf Jahre mehr als 500 Millionen US-Dollar einbringen.
Volatilität dominiert den Handel
An der Börse spiegelt sich diese turbulente Phase wider. Die Aktie notiert aktuell bei 9,79 Euro und verzeichnet auf Wochensicht ein Minus von rund 26 Prozent. Die Volatilität liegt bei extremen 212 Prozent.
Dennoch behauptet das Papier auf Jahressicht ein Plus von 170 Prozent. Die nächste wichtige Hürde ist nun die anstehende Hauptversammlung. Dort stimmen die Aktionäre endgültig über den US-Umzug ab. Investoren erwarten auf dem Treffen zudem konkrete Updates zur Produktionsplanung der neuen Transceiver-Module.
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