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POET Technologies Aktie: Es kriselt erneut!

Nach Stornierung eines Milliardenauftrags durch Marvell verliert POET Technologies fast die Hälfte seines Börsenwerts. Kritik an verspäteter Information.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Marvell storniert Bestellungen bei POET
  • Kurssturz von fast 50 Prozent
  • Kritik an verspäteter Marktinformation
  • Quartalszahlen am 20. Mai erwartet

Ein Kurssturz von fast 50 Prozent an einem einzigen Tag zwingt Investoren zum genauen Hinsehen. Bei POET Technologies löste der Verlust eines Großauftrags am Montag genau diese Talfahrt aus. Im Zentrum der Kritik steht nun aber weniger der geplatzte Deal selbst. Vielmehr rückt die Informationspolitik des Managements in den Fokus.

Der umstrittene Zeitverzug

Marvell Semiconductor stornierte am Donnerstag, den 23. April 2026, sämtliche Bestellungen seiner Tochtergesellschaft Celestial AI. POET Technologies informierte den Markt darüber erst am Montagmorgen. In der dazwischenliegenden Handelssitzung am Freitag wechselten rund 77 Millionen Aktien den Besitzer. Das entspricht mehr als dem Dreifachen des üblichen Volumens. Marktbeobachter sehen in dieser Verzögerung ein massives Governance-Risiko.

Offiziell begründet Marvell den Schritt mit angeblichen Verstößen gegen Geheimhaltungspflichten. Branchenkenner vermuten hinter der Stornierung ein breiteres strategisches Motiv. Nur einen Tag vor der Kündigung hatte Marvell die Übernahme von Polariton Technologies bekannt gegeben. Der Zukauf deutet darauf hin, dass der Konzern seine internen Kapazitäten für KI-Hardware bündelt. Der angebliche Vertragsbruch könnte Marvell den juristischen Weg geebnet haben, um auf die neu erworbene Technologie umzuschwenken.

Schwache Zahlen und gereiztes Management

Die aktuelle Vertrauenskrise trifft auf ein ohnehin angespanntes fundamentales Umfeld. Im vierten Quartal 2025 erwirtschaftete POET Technologies lediglich einen Umsatz von rund 341.000 US-Dollar. Der Verlust je Aktie lag bei minus 0,09 Dollar. Damit verfehlte das Unternehmen die Markterwartungen.

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Im Vorfeld des Kurssturzes hatte Finanzchef Thomas Mika noch Kritik von Leerverkäufern harsch zurückgewiesen. Diese hatten das Geschäftsmodell öffentlich angezweifelt. Nach dem massiven Einbruch zum Wochenstart wächst der Druck auf die Führungsebene, substanzielle Antworten zu liefern.

Finanziell ist das Unternehmen vorerst abgesichert. Nach einer Kapitalerhöhung zu Jahresbeginn liegt das Barpolster bei rund 430 Millionen US-Dollar.

Für die weitere Kursentwicklung rücken nun zwei konkrete Termine in den Vordergrund:
* 20. Mai 2026: Veröffentlichung der Quartalszahlen. Analysten erwarten einen Verlust von 0,04 Dollar je Aktie und fordern Details zum künftigen Auftragsbestand.
* 26. Juni 2026: Aktionäre stimmen über die geplante Sitzverlegung in die USA ab.

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