Das Halbleiterunternehmen POET Technologies treibt die Kommerzialisierung seiner Photonik-Plattform weiter voran. Medienberichten vom Montag zufolge bereitet sich das Unternehmen darauf vor, im laufenden Jahr mehr als 30.000 optische Engines auszuliefern.
Diese Zielmarke unterstreicht die Bemühungen des Managements, die Produktion angesichts der steigenden Nachfrage nach Hardware für Künstliche Intelligenz (KI) und Rechenzentren massiv zu skalieren.
Langfristige Lieferverträge und Auftragsbestand
Ein wesentlicher Faktor für das erwartete Wachstum ist die Zusammenarbeit mit Lumilens. Nachdem bereits eine erste Bestellung im Wert von 50 Millionen US-Dollar vorliegt, wird das langfristige Potenzial dieses Liefervertrags in Medienberichten auf mehr als 500 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren geschätzt.
POET Technologies agiert dabei als Entwickler von optoelektronischen Lösungen, die insbesondere für die Datenübertragung in KI-Netzwerken und Telekommunikationsinfrastrukturen konzipiert sind.
Parallel dazu konnte das Unternehmen seinen Auftragsbestand zuletzt auf rund 60 Millionen US-Dollar ausweiten. Darin enthalten ist unter anderem eine Bestellung über 2,4 Millionen US-Dollar für 1,6T-Optical-Engines, eine Technologie, die auf die nächste Generation von Hochgeschwindigkeitsnetzwerken abzielt.
Brancheninterne Diskussionen, unter anderem innerhalb des OCI-MSA-Konsortiums, dem Schwergewichte wie NVIDIA und Microsoft angehören, verdeutlichen den Bedarf an immer schnelleren optischen Verbindungen von 200 Gb/s bis hin zu 400 Gb/s in den kommenden Jahren.
Quartalszahlen übertreffen Markterwartungen
Die wirtschaftliche Basis für diesen Hochlauf wurde vor gut drei Wochen mit der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 untermauert. POET Technologies meldete einen Umsatz von 569.925 US-Dollar, was einer Steigerung von 112 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wurden die durchschnittlichen Analystenschätzungen, die laut Medienberichten bei etwa 500.000 US-Dollar gelegen hatten, übertroffen. Es war das sechste Quartal in Folge, in dem das Unternehmen ein sequenzielles Umsatzwachstum verzeichnen konnte.
Auch auf der Ergebnisseite schnitt das Unternehmen besser ab als vom Markt antizipiert. Der Verlust pro Aktie belief sich im zweiten Quartal auf 0,07 US-Dollar, während Analysten im Konsens mit einem Minus von 0,08 US-Dollar gerechnet hatten.
Um die operative Umsetzung der Wachstumsstrategie zu unterstützen, gab es zudem personelle Veränderungen im Kontrollgremium. Bereits Anfang August wurden Dr. Bardia Pezeshki und Jean F. Rankin in das Board des Unternehmens berufen, während Jean-Louis Malinge aus dem Gremium ausschied.
Einordnung der Marktlage
Trotz der operativen Fortschritte und der positiven Nachrichtenlage zum Auftragsbestand konnte sich der Aktienkurs dem allgemein volatilen Marktumfeld nicht vollständig entziehen.
Am heutigen Mittwoch notiert das Papier bei 6,13 Euro und verzeichnet damit ein Minus von 1,5 % zum Vortag. Dennoch liegt der Titel mit diesem Kursniveau deutlich über seinen Tiefstständen der vergangenen zwölf Monate; das Papier notiert derzeit 80 % über seinem 52-Wochen-Tief von 3,40 Euro.
Anleger richten ihren Blick nun auf den weiteren Verlauf des Septembers, für den das Management weitere Updates zum Produktionshochlauf und zur technologischen Entwicklung angekündigt hat. Die Fähigkeit, die angepeilten Stückzahlen von über 30.000 Einheiten tatsächlich auszuliefern, gilt als wichtiger Indikator für die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells im Bereich der optischen KI-Verbindungen.
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