POET Technologies steht vor einer entscheidenden Phase. Die Aktie des KI-Photonik-Spezialisten verlor in den vergangenen sieben Tagen rund 29 Prozent an Wert und notiert bei 9,36 Euro. Ende Juni prallen nun zwei Termine aufeinander, die über die Zukunft des Unternehmens entscheiden.
Klage wegen Geheimnisverrat
Anwaltskanzleien trommeln derzeit für eine Sammelklage gegen das Management. Investoren haben bis zum 29. Juni Zeit, sich als Hauptkläger zu registrieren. Der Vorwurf der Kläger wiegt schwer. Das Unternehmen soll seinen Steuerstatus falsch dargestellt haben.
Schwerer wiegt ein angeblicher Geheimnisverrat. Der Finanzchef soll öffentlich über vertrauliche Vereinbarungen mit Celestial AI gesprochen haben. Daraufhin stornierte der Kunde sämtliche Aufträge. Die Folge: ein massiver Kurssturz im April.
Flucht in die USA
Das Management reagiert auf die steuerlichen Vorwürfe. Der Vorstand plant, den Hauptsitz in die USA zu verlegen. Damit entfällt die Einstufung als passive ausländische Investmentgesellschaft. Diese Einstufung bringt US-Aktionären steuerliche Nachteile.
Am 26. Juni stimmen die Aktionäre über diesen Schritt ab. Ein Ja löst das Steuerproblem für die Zukunft. Die laufenden Klagen wegen vergangener Aussagen bleiben davon unberührt.
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Frisches Kapital für den Ausbau
Abseits der juristischen Probleme baut POET seine Kapazitäten aus. Im Mai sammelte das Unternehmen 400 Millionen US-Dollar bei institutionellen Investoren ein. Das frische Kapital fließt in eine massive Ausweitung der Produktion.
Das Ziel: eine Verzehnfachung der Kapazität. Noch in diesem Jahr will POET mehr als 30.000 optische Engines ausliefern. Ein neuer Liefervertrag mit Lumilens über anfänglich 50 Millionen US-Dollar stützt diese Pläne. Im ersten Quartal lag der Umsatz erst bei rund 500.000 US-Dollar.
Die extreme Volatilität von über 220 Prozent spiegelt die Nervosität der Anleger wider. Seit dem Jahreshoch im Mai hat sich der Kurs halbiert. Am 26. Juni entscheidet die Hauptversammlung über den US-Umzug. Drei Tage später endet die Frist für die Sammelklage. Diese enge Taktung zwingt das Unternehmen in den kommenden Wochen zu klaren Antworten.
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