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POET: 12,3 Millionen Verlust trotz Kapitalspritze

Trotz Kapitalspritze und Umsatzplus bricht die POET-Aktie ein. Shortseller-Angriffe und Sammelklagen belasten das Papier zusätzlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt nach 43-Prozent-Rallye
  • 400 Millionen Dollar durch Aktienplatzierung
  • Umsatz steigt, Nettoverlust wächst
  • Shortseller und Klagen verunsichern Anleger

Innerhalb von 48 Stunden erlebte POET Technologies alles auf einmal: einen Kurssprung von bis zu 43 Prozent, eine 400-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde und schließlich einen scharfen Rücksetzer. Am Freitag schloss die Aktie bei 15,97 US-Dollar — weit unter dem Hoch vom Vortag.

Der Absturz folgte auf eine Serie von Meldungen, die eigentlich positiv klingen. Das Unternehmen sicherte sich frisches Kapital, präsentierte Quartalszahlen mit deutlichem Umsatzwachstum und ernannte einen neuen COO. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren — denn gleichzeitig meldete sich ein Short-Seller zu Wort, und gegen das Unternehmen laufen Sammelklagen.

Kapitalerhöhung zu Aufpreis — und trotzdem Kursdruck

POET Technologies platzierte rund 19 Millionen neue Aktien bei einem einzigen institutionellen Investor. Der Preis pro Einheit lag bei 21,00 US-Dollar — ein Aufpreis gegenüber dem NASDAQ-Schlusskurs von 20,57 US-Dollar am 14. Mai. Jede Einheit enthält zusätzlich einen Warrant, der zu 26,15 US-Dollar ausgeübt werden kann.

Die Bruttoerlöse belaufen sich auf 400 Millionen US-Dollar. Das Geld soll in den Ausbau der Fertigungskapazitäten, Akquisitionen und Forschung fließen — außerdem will das Unternehmen sein Lichtquellen-Geschäft beschleunigen.

Quartalszahlen: Wachstum, aber hohe Verluste

Der Umsatz im ersten Quartal 2026 stieg auf rund 503.000 US-Dollar — nach knapp 167.000 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das Wachstum stammt aus Engineering-Aufträgen und Produktverkäufen rund um die Optical-Interposer-Plattform für KI-Rechenzentren.

Die Kosten wuchsen allerdings deutlich schneller. Vertriebs- und Verwaltungskosten kletterten auf 12,5 Millionen US-Dollar, die F&E-Ausgaben auf 5,8 Millionen US-Dollar. Unterm Strich steht ein Nettoverlust von 12,3 Millionen US-Dollar — nach einem Gewinn von 6,3 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.

Short-Seller und Klagen belasten die Stimmung

Den größten Druck erzeugte wohl nicht die Kapitalerhöhung selbst, sondern das Umfeld. Ein Short-Seller veröffentlichte eine Bearish-Einschätzung und stellte Partnerschaften sowie Vermarktungsversprechen in Frage. Hinzu kommen Sammelklagen von US-Investoren. Sie werfen dem Unternehmen vor, seinen Status als Passive Foreign Investment Company — kurz PFIC — falsch dargestellt zu haben. Das hätte erhebliche Steuerfolgen für amerikanische Aktionäre.

Ferner berichten Medien über einen angeblichen Vertraulichkeitsbruch im Zusammenhang mit stornierten Bestellungen von Celestial AI.

Das Unternehmen hat indes einen handfesten Wachstumstreiber in der Pipeline: Der Lumilens-Deal vom 14. Mai umfasst einen Anfangsauftrag über 50 Millionen US-Dollar. Über fünf Jahre könnten Käufe von mehr als 500 Millionen US-Dollar folgen. Engineering-Muster sind für Ende 2026 geplant, die Serienproduktion soll 2027 anlaufen. Ob diese Perspektive ausreicht, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, hängt maßgeblich davon ab, wie das Unternehmen auf die rechtlichen Vorwürfe reagiert — und ob der Short-Seller-Bericht substanzielle Schwächen aufdeckt oder sich als haltlos erweist.

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Diskussion zu POET Technologies

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.