Operativ läuft es für PNE derzeit besser als gedacht. Trotzdem kommt die Aktie nicht von der Stelle — die Investorensuche wiegt schwerer als jede Halbjahresbilanz.
Der Wind- und Solarparkbetreiber aus Cuxhaven hat Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Der Umsatz kletterte von 73,9 auf 96,8 Millionen Euro, das bereinigte Ebitda sprang von 4,7 auf 27,4 Millionen Euro. Auch der Verlust je Aktie fiel geringer aus als im Vorjahr. Getragen wurde die Entwicklung vom Verkauf von acht Windenergie- und Photovoltaikprojekten mit einer Gesamtleistung von 163,2 Megawatt sowie von einem wachsenden Servicegeschäft, mit dem PNE seine wiederkehrenden Erträge stärken will.
Prognose steht, das Fahrwasser bleibt rau
An der Jahresprognose eines bereinigten Ebitda zwischen 110 und 140 Millionen Euro hält der Vorstand fest. Um dieses Ziel zu erreichen, muss PNE im zweiten Halbjahr allerdings noch kräftig zulegen — die bisherigen 27,4 Millionen Euro markieren erst einen Bruchteil der Zielspanne. Konzernchef Heiko Wuttke sprach von einem „schwierigen Fahrwasser“, das Unternehmen und Branche derzeit durchqueren müssten, verwies aber auch auf Fortschritte beim laufenden Transformations- und Kostenprogramm.
Die Börse honorierte die Zahlen kaum. Nach einem kurzen Plus im frühen Handel drehte die Aktie ins Minus und verlor zeitweise rund zwei Prozent. Der eigentliche Belastungsfaktor liegt woanders: Die Suche nach einem Käufer oder Investor gestaltet sich zäh. PNE wäre zu einem Komplettverkauf bereit, doch die Preisvorstellungen möglicher Erwerber liegen nach eigenen Angaben unterhalb des aktuellen Börsenkurses. Diese Einschätzung hatte das Unternehmen zu Wochenbeginn eingeräumt — der Kurs verlor daraufhin binnen drei Tagen bis zu 28 Prozent.
Die Bilanz der vergangenen zwölf Monate fällt entsprechend mager aus: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von einem Viertel zu Buche, auf Sicht eines Jahres hat sich der Kurswert nahezu halbiert. Operative Fortschritte wie das gestiegene Ebitda geraten damit in den Hintergrund, solange der Investorenprozess ungeklärt bleibt.
Für die kommenden Monate bleibt die zentrale Frage, ob sich Verkäufer und potenzielle Erwerber preislich noch annähern. Sollte PNE die Ergebnisprognose im zweiten Halbjahr tatsächlich erfüllen, dürfte das die Verhandlungsposition des Unternehmens stärken.
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