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Symbolbild, KI-generiert

Plug Power vor der Bewährungsprobe: Reicht die Marge für den Turnaround?

Plug Power verbessert die Marge und hebt die Jahresprognose an, doch Kurs und Marktstimmung bleiben wegen des langsamen Turnarounds unter Druck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bruttomarge nähert sich der Nulllinie
  • Umsatzprognose auf 15 bis 16 Prozent angehoben
  • GenDrive-Auslieferungen steigen um 125 Prozent
  • Mehrere Analysehäuser erhöhen ihre Kursziele

Ausgangslage

Plug Power steckt in einer Phase, in der operative Fortschritte auf dem Papier auf anhaltende Skepsis an der Börse treffen. Die Quartalszahlen vor gut einer Woche zeigten eine Bruttomarge, die sich von minus 30,7 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nahezu die Nulllinie verbessert hat.

Der Umsatz übertraf die Erwartungen der Analysten, und das Unternehmen hob die Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr auf eine Spanne von 15 bis 16 Prozent an. Dennoch bewegt sich die Aktie seither seitwärts bis leicht abwärts – ein Muster, das sich bei den vergangenen positiven Meldungen wiederholt hat.

Der Grund dafür liegt nicht in fehlenden Fortschritten, sondern im Tempo, mit dem sie ankommen. Der Kurs notiert aktuell bei 1,81 Euro und damit rund 55 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro, das Anfang Oktober erreicht wurde. Der Markt preist offenbar weiterhin ein hohes Risiko ein, dass der angekündigte Turnaround länger dauert als kommuniziert.

Die entscheidende Frage

Der zentrale Faktor für die kommenden Monate ist die Marge im Kerngeschäft Material Handling. Die Zahl der ausgelieferten GenDrive-Brennstoffzellen stieg im zweiten Quartal um 125 Prozent auf 1.666 Einheiten – ein deutliches Volumensignal.

Entscheidend ist aber, ob dieses Wachstum die für das vierte Quartal angepeilte positive EBITDAS-Marke tatsächlich trägt. Das Unternehmen selbst sieht sich auf Kurs, dieses Ziel zu erreichen.

Ob das gelingt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Servicemarge – zuletzt bei 27 Prozent nach einem Umsatzplus von 82 Prozent im Servicegeschäft – weiter verbessert und ob der angekündigte Austausch von mehr als 20.000 GenDrive-Einheiten bei zwei Großkunden in den kommenden drei Jahren tatsächlich in dem geplanten Tempo anläuft.

Bullisches Szenario

Setzt sich die Margenverbesserung fort, könnte Plug Power die Wende von einem Wachstums- zu einem Profitabilitätsstory tatsächlich schaffen. Die Liquiditätslage hat sich durch die laufende Monetarisierung von Projekten spürbar entspannt: Aus dem Verkauf des Graham-Projekts in Texas und der gestaffelten Schließung des New-York-Gateway-Projekts sind zwischen Juli und August bereits 47 Millionen Dollar geflossen, auf dem Weg zu einem angepeilten Gesamtliquiditätsziel von 275 Millionen Dollar.

Mehrere Analysehäuser reagierten Mitte August mit angehobenen Kurszielen: Roth Capital sah das Kursziel bei 5 Dollar, UBS ebenfalls bei 5 Dollar, HC Wainwright sogar bei 7 Dollar – jeweils mit Kaufempfehlung. Bestätigt sich der positive Trend bei Marge und Auftragsvolumen im dritten Quartal, dürfte das die Bewertungslücke zwischen operativer Entwicklung und Aktienkurs schließen helfen.

Bärisches Szenario

Die Kehrseite: Susquehanna senkte bereits Anfang Juli sein Kursziel auf 2,50 Dollar von zuvor 3,75 Dollar, ein deutliches Signal, dass nicht alle Marktteilnehmer die Wachstumsstory teilen.

Oppenheimer bewertet die Aktie mit „Market Perform“ und bleibt damit neutral. Das strukturelle Risiko liegt darin, dass die Bruttomarge zwar von tief negativen Werten kommt, aber noch nicht profitabel ist – die Nulllinie ist erreicht, nicht überschritten.

Sollte der angekündigte Großauftrag zum Austausch der 20.000 GenDrive-Einheiten sich verzögern oder die Servicemarge stagnieren, würde das EBITDAS-Ziel für das vierte Quartal in Gefahr geraten. Die hohe Volatilität von 57 Prozent auf Jahressicht zeigt, wie nervös der Markt auf jede neue Zahl reagiert – Enttäuschungen dürften überproportional abgestraft werden.

Ausblick

Solange die Bruttomarge ihren Verbesserungspfad Richtung positiver Werte weiter beschreitet und die angekündigten Großaufträge im Material-Handling-Segment tatsächlich in Stückzahlen münden, bleibt das Turnaround-Szenario intakt – auch wenn der Aktienkurs derzeit mit 1,81 Euro rund 7,8 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,96 Euro notiert und damit kurzfristige Schwäche signalisiert.

Kippt die Margenentwicklung hingegen wieder ins Negative oder verzögert sich die Umsetzung der Kundenaufträge, dürfte die Skepsis der Marktteilnehmer weiter überwiegen.

Der nächste konkrete Prüfstein für Anleger ist der Ausblick auf die für November angekündigten Zahlen zum dritten Quartal 2026 – dann zeigt sich, ob das für das vierte Quartal in Aussicht gestellte positive EBITDAS tatsächlich in Reichweite liegt.

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