Plug Power steckt in einer technisch überverkauften Zone – und steuert gleichzeitig auf einen kritischen Termin zu. Ende Juli muss ein Immobiliendeal in Texas über die Bühne gehen, der frisches Geld in die Kasse spülen soll. Die Frage ist, ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger vor den Quartalszahlen im August zurückzugewinnen.
Die Aktie schloss am Freitag bei 1,88 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Der Blick auf die vergangenen 30 Tage zeigt aber den eigentlichen Trend: ein Minus von fast 24 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 28 – ein Wert, der klassisch als überverkauft gilt und oft auf nachlassenden Verkaufsdruck hindeutet. Eine Garantie für eine Erholung ist das nicht.
Der Texas-Deal als Nagelprobe
Am Montag meldete Plug Power zwei Transaktionen mit Stream US Data Centers. Sie sollen mehr als 80 Millionen Dollar an kurzfristiger Liquidität bringen. Kernstück ist der Verkauf eines Projekts im texanischen Graham für bis zu 76,5 Millionen Dollar. Der Abschluss ist für den 31. Juli vorgesehen, vorbehaltlich üblicher Bedingungen.
Der Hintergrund macht deutlich, warum dieser Termin zählt. Die unrestriktiven Zahlungsmittel des Unternehmens sanken zum 30. Juni auf etwa 162 Millionen Dollar. Das ist ein Rückgang von 61,2 Millionen Dollar oder 27 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Der erwartete Liquiditätsschub aus den neuen Deals entspricht etwa 53 Prozent des Cash, den Plug Power im ersten Quartal im operativen Geschäft verbrannt hat. Das verschafft Zeit. Einen Beweis, dass das Kerngeschäft sich selbst tragen kann, liefert es noch nicht.
Insgesamt verfügt das Unternehmen über mehr als 802 Millionen Dollar an Gesamt-Cash. Davon sind rund 579 Millionen Dollar gebunden, sollen aber in den kommenden Jahren mit etwa 50 Millionen Dollar pro Quartal freigegeben werden. Die Stream-Vereinbarungen verbessern die finanzielle Lage, ohne dass Plug Power neues Kapital von Aktionären einsammeln muss.
Analysten bleiben gespalten
Die Stimmung unter den Analysten ist uneinheitlich. Der Konsens lautet „Hold“ – viele erkennen zwar eine verbesserte operative Umsetzung an, sehen aber weiterhin fehlende Profitabilität und schwachen Cashflow als zentrale Probleme.
Die jüngsten Kurszielanpassungen spiegeln diese Vorsicht wider:
- Susquehanna senkte das Kursziel auf 2,50 Dollar, behält aber ein „Neutral“-Rating bei.
- Morgan Stanley hob das Kursziel auf 1,65 Dollar an, bleibt jedoch bei „Underweight“.
- Wells Fargo erhöhte das Ziel ebenfalls auf 2,50 Dollar, mit unverändertem „Equal-Weight“-Rating.
Die Bandbreite zeigt: Selbst optimistischere Anpassungen bleiben deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro, das die Aktie noch Anfang Juni erreicht hatte.
Zahlen im August als nächster Prüfstein
Der nächste Quartalsbericht wird für den 10. August erwartet. Analysten rechnen mit einem Verlust von 8 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 168,26 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 20 Cent je Aktie bei 173,97 Millionen Dollar Umsatz zu Buche – die Verlustquote schrumpft also, auch wenn der Umsatz leicht rückläufig ist.
Die 30-Tage-Volatilität liegt bei annualisiert 50,3 Prozent. Das unterstreicht, wie nervös der Markt die Aktie aktuell handelt. Bis zum 31. Juli entscheidet sich, ob der Texas-Deal wie geplant abgeschlossen wird. Bleibt dieser Termin im Zeitplan, hätte Plug Power ein konkretes Argument gegen die Zweifel an der eigenen Liquidität – noch bevor am 10. August die nächsten Geschäftszahlen den Kurs bewegen dürften.
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