Jahrelang verbrannte der Wasserstoff-Spezialist Plug Power massiv Kapital und enttäuschte die Märkte. Nun liefert das Unternehmen im vierten Quartal 2025 erstmals einen positiven Bruttogewinn ab. Während das neue Management ehrgeizige Profitabilitätsziele ausruft, werfen eine anhängige Sammelklage und der weiterhin hohe Mittelabfluss einen Schatten auf die jüngsten Erfolge.
Restrukturierung zeigt Wirkung
Die jüngsten Quartalszahlen belegen eine deutliche Effizienzsteigerung. Mit einem Umsatz von 225,2 Millionen US-Dollar übertraf Plug Power die Markterwartungen und verzeichnete ein Wachstum von fast 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bemerkenswert ist dabei die Bruttomarge von 2,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei minus 122,5 Prozent.
Auch der bereinigte Verlust pro Aktie schrumpfte von 0,29 auf 0,06 US-Dollar. Verantwortlich für diese Entwicklung ist das umfassende Restrukturierungsprogramm „Project Quantum Leap“. Diese Maßnahmen senkten die jährliche Cash-Burn-Rate im abgelaufenen Geschäftsjahr um über ein Viertel.
Neues Management, neue Ziele
Unter der Führung des seit Anfang März amtierenden CEOs Jose Luis Crespo richtet sich der Konzern nun auf strikte Rentabilität aus. Der Fahrplan sieht ein positives EBITDA bis zum vierten Quartal 2026 vor, gefolgt von einem positiven operativen Ergebnis Ende 2027.
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Ein wichtiger strategischer Schritt auf diesem Weg war die Anpassung eines Lizenzvertrags mit Walmart. Diese Neuverhandlung verhinderte die Verwässerung von über 42 Millionen Aktien. Das ist ein relevanter Faktor für Investoren, da sich die Gesamtzahl der ausstehenden Papiere seit 2022 auf knapp 1,4 Milliarden verdoppelt hat.
Die finanziellen Altlasten
Trotz des jüngsten Kursanstiegs von gut 14 Prozent auf Monatssicht – die Aktie schloss am Freitag bei 1,89 Euro – bleibt die finanzielle Lage angespannt. Der operative Cashflow für das Gesamtjahr 2025 lag bei minus 535,8 Millionen US-Dollar. Mit liquiden Mitteln von 368,5 Millionen US-Dollar muss das Unternehmen seine kapitalintensive Phase sorgfältig steuern. Analysten von Jefferies bewerten die Papiere daher weiterhin nur mit „Hold“ und einem Kursziel von 1,80 US-Dollar.
Neben der operativen Umsetzung rückt nun ein juristischer Termin in den Fokus. Bis zum 3. April 2026 können sich Investoren einer Sammelklage anschließen, die dem Unternehmen irreführende Aussagen rund um ein 1,66 Milliarden US-Dollar schweres Darlehen des US-Energieministeriums vorwirft. Der Ausgang dieses Verfahrens sowie das strikte Einhalten der für Ende 2026 gesteckten EBITDA-Ziele definieren die nächsten harten Hürden für das Unternehmen.
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