Plug Power steht erneut im Spannungsfeld zwischen großen Hoffnungen und harten Fakten. Während der Kurs sich seit dem Tief deutlich erholt hat, belasten Verluste, eine kritische Analystenstimme und Unsicherheit über die operative Umsetzung. Kann das Management die jüngste Skepsis in konstruktiven Rückenwind verwandeln?
Herabstufung durch TD Cowen
Den Auftakt der aktuellen Bewertungsrunde lieferte TD Cowen am 9. Januar. Die Bank stufte Plug Power von „Buy“ auf „Hold“ ab und halbierte das Kursziel von 4,00 auf 2,00 US‑Dollar. Auslöser waren mehrere operative Sorgenpunkte:
- Gegenwind im Elektrolyseur-Geschäft
- Schwierigkeiten im Bereich Material Handling (z.B. Gabelstaplerlösungen)
- Anhaltend hoher Mittelabfluss
- Risiken bei der zuverlässigen Umsatzrealisierung
Die Herabstufung verstärkte den Druck auf die Aktie und führte an diesem Tag zu einem spürbaren Rückgang. Inhaltlich sendet TD Cowen damit das Signal, dass der Weg zur profitablen Skalierung schwieriger wird als bislang angenommen.
Analystenlandschaft tief gespalten
Ein Blick auf weitere Einschätzungen macht die Unsicherheit deutlich. Die Spannbreite der Kursziele ist außergewöhnlich groß:
- TD Cowen: „Hold“, 2,00 US‑Dollar
- BMO Capital: „Underperform“, 1,30 US‑Dollar
- Clear Street: „Buy“, 3,00 US‑Dollar
- H.C. Wainwright: „Buy“, 7,00 US‑Dollar
Im Schnitt liegt das 12‑Monats-Kursziel bei rund 2,67 US‑Dollar und damit nur leicht über dem jüngsten Schlusskurs von 2,36 US‑Dollar. Das begrenzte Durchschnitts-Aufwärtspotenzial, kombiniert mit einer Spanne von 1,30 bis 7,00 US‑Dollar, zeigt: Die Analysten sind sich über die künftige Ertragskraft und Umsetzung der Strategie alles andere als einig.
Lichtblick: Walmart-Deal entschärft Verwässerungsrisiko
Für Entlastung sorgte dagegen Anfang Januar ein Deal mit einem der wichtigsten Kunden. Plug Power meldete ein „Release Event License Agreement“ mit Walmart. Dieser Schritt beseitigt effektiv die Verwässerungsrisiken aus Warrants im Zusammenhang mit dem GenKey-System – ein Thema, das lange als struktureller Belastungsfaktor auf dem Papier stand.
Zusätzlich präsentierte sich das Unternehmen auf mehreren Investorenkonferenzen, darunter:
- Goldman Sachs Energy, CleanTech & Utilities Conference (6. Januar)
- UBS Global Energy & Utilities Winter Conference (12.–14. Januar)
Präsident und Chief Revenue Officer – und künftiger CEO – Jose Luis Crespo nutzte die UBS-Konferenz, um institutionellen Investoren den strategischen Fahrplan näher zu erläutern. Die Botschaft: Plug Power will Wachstum, Kapitaldisziplin und den Ausbau des Elektrolyseur-Geschäfts besser miteinander verzahnen.
Sondersitzung und Führungswechsel
Wichtig für die weitere strategische Ausrichtung ist eine außerordentliche Hauptversammlung am 29. Januar 2026. Dort sollen die Aktionäre über Punkte abstimmen, die der Unternehmensführung mehr Flexibilität für langfristige Wertschöpfung einräumen sollen.
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Parallel läuft ein Führungswechsel: Jose Luis Crespo übernimmt die Rolle des Präsidenten und CEO, während Langzeitchef Andrew Marsh ins Amt des Executive Chairman wechselt. Diese Neuaufstellung soll den Übergang zu einer stärker umsetzungssorientierten Phase unterstützen und zugleich Kontinuität im Vorstand gewährleisten.
Fundamentale Lage bleibt angespannt
Trotz strategischer Fortschritte ist das Zahlenbild weiterhin schwierig. Aus den jüngsten Kennzahlen ergibt sich:
- Umsatz (TTM): 676,17 Mio. US‑Dollar
- EPS (TTM): -2,05 US‑Dollar
- Bruttomarge: -70,7 %
- Eigenkapitalrendite: -95,4 %
Im dritten Quartal 2025 lag der Verlust je Aktie bei -0,12 US‑Dollar und damit leicht besser als erwartet (-0,13 US‑Dollar). Der Umsatz von 177 Mio. US‑Dollar verfehlte jedoch die Prognose von 187,33 Mio. US‑Dollar. Anleger sehen damit bestätigt, dass Plug Power zwar an der Kostenseite arbeitet, aber beim Wachstumstempo und bei der Planbarkeit der Erlöse nachbessern muss.
Das Management peilt an, in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf EBITDA-Basis in die Gewinnzone zu drehen. Helfen sollen vor allem der Ausbau des Elektrolyseur-Geschäfts und bessere Margen im Brennstoffbereich. Ob diese Ziele erreichbar sind, hängt an der konsequenten Umsetzung der vorgestellten Roadmap.
Kursentwicklung und technisches Bild
An der Börse zeigt sich eine deutliche Erholung vom Tief, aber noch keine vollständige Trendwende. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 2,36 US‑Dollar, womit die Aktie rund ein Drittel unter dem 52‑Wochen-Hoch und deutlich über dem 52‑Wochen-Tief notiert.
Technisch bewegt sich der Titel über dem 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitt, was den jüngsten Aufwärtstrend unterstreicht. Gleichzeitig signalisiert ein RSI nahe 50 ein neutrales Momentum – von Überkauft oder Überverkauft ist die Aktie derzeit ein gutes Stück entfernt. Die hohe 30‑Tage-Volatilität von mehr als 70 % zeigt aber, wie stark schon kleinere Nachrichten den Kurs ausschlagen lassen können.
Ausblick: Quartalszahlen als nächster Belastungstest
Kurzfristig rückt der 29. Januar mit der Sondersitzung in den Fokus, auf der die Weichen für mehr strategische Flexibilität gestellt werden sollen. Noch wichtiger dürfte jedoch der 26. Februar 2026 werden: Dann legt Plug Power die nächsten Quartalszahlen vor.
An diesem Termin wird sich zeigen, ob Fortschritte in Richtung des EBITDAs-Ziel für die zweite Jahreshälfte 2026 und des angestrebten Jahresumsatzes von 700 Mio. US‑Dollar sichtbar werden. Vor allem die Entwicklung der Margen und die Verlässlichkeit beim Umsatz dürften darüber entscheiden, ob sich das derzeit gespannte Verhältnis zwischen Skepsis und Hoffnung eher in Richtung Vertrauen verschiebt.
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