Plug Power hat gerade das erste positive Bruttoergebnis seit Jahren vermeldet — und nutzt den Schwung für eine intensive Investorenansprache. CFO Paul Middleton trat gestern beim Roth Annual Growth Conference in Dana Point, Kalifornien auf, um institutionellen Investoren die Turnaround-Geschichte des Unternehmens zu präsentieren.
Die Zahlen hinter der Botschaft
Das Wasserstoffunternehmen erzielte im Gesamtjahr 2025 einen Umsatz von rund 710 Millionen Dollar — ein Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch bedeutsamer: Im vierten Quartal 2025 wies Plug Power erstmals seit langer Zeit einen positiven Bruttogewinn von 5,5 Millionen Dollar aus, was einer Bruttomarge von 2,4 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal lag diese Marge noch bei -122,5 Prozent.
Erreicht wurde das durch das interne Programm „Project Quantum Leap“ — eine Kombination aus Stellenabbau, Standortkonsolidierungen, Preiserhöhungen und Optimierungen im Betrieb. Zusätzlich stärkte ein Verkauf des Projektgeländes „Gateway“ an Stream Data Centers die Liquidität: Der Abschluss soll bis spätestens 30. Juni 2026 erfolgen und Erlöse zwischen 132,5 und 142 Millionen Dollar einbringen.
Profitabilität als Versprechen — mit Fragezeichen
Middleton dürfte in Dana Point vor allem den Fahrplan zur Profitabilität betonen: positives EBITDAS bis Ende 2026, positives operatives Ergebnis bis Ende 2027, vollständige Profitabilität bis Ende 2028. Das Unternehmen verweist auf eine kommerzielle Pipeline von über 8 Milliarden Dollar und mehr als 74.000 installierte Brennstoffzellensysteme.
Allerdings bleibt die Skepsis an der Wall Street spürbar. Plug Power prognostiziert für 2026 ein Umsatzwachstum von lediglich 13 Prozent — weniger als halb so viel, wie Analysten zuvor erwartet hatten. Hinzu kommen mehrere Wertpapier-Sammelklagen, die dem Unternehmen vorwerfen, Aktivitäten im Zusammenhang mit einem 1,66-Milliarden-Dollar-Darlehen des US-Energieministeriums falsch dargestellt zu haben.
Die Aktie notiert aktuell rund 43 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 3,51 Euro — der Abstand zwischen Turnaround-Narrative und Marktbewertung bleibt also erheblich. Wie überzeugend Middleton die institutionellen Investoren von der Substanz hinter den Zahlen überzeugen kann, wird sich in den kommenden Monaten an der Kursentwicklung ablesen lassen.
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