Plug Power hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Wasserstoff- und Brennstoffzellenspezialist meldete einen Umsatz von 178,3 Millionen US-Dollar, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,07 US-Dollar und damit besser als vom Markt erwartet. Zugleich hob das Unternehmen seine Wachstumsprognose für den Gesamtumsatz 2026 auf 15 bis 16 Prozent an.
Die Aktie notiert aktuell bei 1,95 Euro und liegt damit 1,29 Prozent im Plus. Über sieben Tage steht ein Anstieg von 8,66 Prozent, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 16,15 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,04 Euro, erreicht am 6. Oktober 2025, trennt das Papier allerdings noch mehr als die Hälfte des Kurses. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 2,14 Euro fehlen der Aktie derzeit gut 9 Prozent.
Margenverbesserung und operative Fortschritte
Zentraler Treiber der positiven Reaktion ist die deutliche Verbesserung der Bruttomarge, die sich auf minus 0,9 Prozent annäherte und damit fast die Gewinnschwelle erreichte. Die Ausrüstungsmargen fielen bereits positiv aus.
Operativ untermauerte Plug Power die Fortschritte mit einem Sprung bei den GenDrive-Brennstoffzelleneinheiten: Im zweiten Quartal wurden 1.666 Einheiten ausgeliefert, ein Plus von 125 Prozent gegenüber den 739 Einheiten im Vorjahresquartal. Die Wasserstoffproduktionskapazität erreichte mittlerweile 40 Tonnen pro Tag, verteilt auf Anlagen in Georgia, Tennessee und Louisiana.
Zum Ergebnis trug außerdem ein einmaliger Gewinn von 37,0 Millionen US-Dollar bei, der aus der Beilegung eines langjährigen Kundenvertragsstreits resultierte.
Für zusätzliche kurzfristige Liquidität sorgte der Verkauf von Hochspannungs-Elektroinfrastruktur am Graham-Projekt in Texas an Stream US Data Centers: Laut Unternehmensangaben fließen dem Unternehmen daraus 50 Millionen US-Dollar bei Vertragsabschluss zu, weitere bis zu 26,5 Millionen US-Dollar sind an die Bestätigung der Lastkapazität gekoppelt – die Transaktion kann sich damit auf bis zu 76,5 Millionen US-Dollar summieren.
Analysten uneins, Kapitalstruktur erweitert
Die Reaktionen der Analysten fielen gespalten aus. HC Wainwright bekräftigte am 11. August seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 7,00 US-Dollar und verwies auf die Margenexpansion. Auf der anderen Seite hielt BMO Capital Markets an seiner Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von lediglich 1,30 US-Dollar fest und warnte, dass die frei verfügbare Kasse von 162 Millionen US-Dollar trotz der Fortschritte knapp bleibe.
Parallel zu den Geschäftszahlen legte Plug Power in einer Pflichtmitteilung offen, die Zahl der genehmigten Stammaktien von 1,5 Milliarden auf 3,0 Milliarden zum 30. Juni erhöht zu haben, um zusätzlichen Spielraum für künftige Ausgaben von Aktien zu schaffen. Diese Kapazitätserweiterung dürfte Anleger im Blick behalten, da sie potenzielle Verwässerung signalisiert.
Gleichzeitig zeigte eine Offenlegung von BlackRock Ende Juli, dass der Vermögensverwalter seinen Anteil an Plug Power auf 178.091.159 Aktien beziehungsweise 12,8 Prozent ausgebaut hat – ein Signal, dass institutionelle Investoren trotz der Risiken am Unternehmen festhalten.
Der Sektorkontext fällt derzeit unterstützend aus: Auch der Konkurrent Bloom Energy übertraf Ende Juli die Erwartungen für das zweite Quartal, was auf eine insgesamt verbesserte Stimmung gegenüber Wasserstoff- und Brennstoffzellenwerten hindeutet.
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