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Plug Power Aktie: 52 Millionen Dollar eingesammelt

Plug Power verkauft Projekte für 52 Mio. Dollar, um die Zeit bis zur angestrebten Profitabilität 2028 zu überbrücken. Der Cash-Verbrauch sinkt deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Projektverkäufe sichern dringend benötigte Liquidität
  • Netto-Cash-Verbrauch sinkt um 58 Prozent
  • Umsatz übertrifft Erwartungen, Marge verbessert
  • Analysten uneins über Aktienpotenzial

Es gibt Unternehmen, die erzählen ihre Geschichte über Produkte. Plug Power erzählt sie derzeit über Bankkonten. Wer verstehen will, warum die Aktie des Wasserstoff-Pioniers trotz aller Fortschritte bei der Marge nicht so recht vom Fleck kommt, muss auf eine Zahl schauen, die selten in Überschriften auftaucht: 52 Millionen Dollar.

So viel hat das Unternehmen bis Anfang August aus dem Verkauf von zwei Projekten eingesammelt – ein Zwischenstand auf dem Weg zu einem selbst gesteckten Ziel von 275 Millionen Dollar.

Die Kolumne der Stunde heißt also nicht Wachstum, sondern Liquidität. Und genau das ist die eigentliche Nagelprobe für die gesamte Wasserstoffbranche: Kann sich ein Unternehmen aus eigener Kraft finanzieren, bevor die Wachstumsstory abgebrochen wird?

Verkaufte Projekte als Überbrückungskredit

Der Verkauf des Graham-Projekts in Texas an Stream Data Centers, vor rund einem Monat verkündet, bringt bis zu 76,5 Millionen Dollar. Dazu kommt die gestaffelte Schließung des New-York-Gateway-Projekts.

Zusammen sollten beide Transaktionen kurzfristig rund 80 Millionen Dollar Liquidität liefern. Das ist kein Nebenschauplatz, sondern das eigentliche Rückgrat der Investmentthese: Plug Power monetarisiert Vermögenswerte, um die Zeit bis zur Profitabilität zu überbrücken.

Diese Zeit ist konkret terminiert. Das Unternehmen strebt für das vierte Quartal 2026 ein positives EBITDAS an, volle Profitabilität soll 2028 folgen. Dazwischen liegt ein Wettlauf: Der Netto-Cash-Verbrauch sank zuletzt sequenziell um 58 Prozent auf 61 Millionen Dollar – ein Fortschritt, der zeigt, dass das Management den Gürtel enger schnallt, während es gleichzeitig neue Projekte anschiebt.

Die Pipeline wächst, während das Portfolio schrumpft

Hier liegt die eigentliche Ironie der Plug-Power-Geschichte: Während das Unternehmen Projekte verkauft, um flüssig zu bleiben, füllt es an anderer Stelle die Röhre wieder auf.

Zwei finale Investitionsentscheidungen für Elektrolyseur-Anlagen – ein 30-Megawatt-Projekt mit Carlton Power und ein 50-Megawatt-Vorhaben mit Orica in Hunter Valley – zeigen, dass die grüne Wasserstoffproduktion weiterhin Kunden findet.

Auch das Materialtransport-Geschäft wächst: 1.666 ausgelieferte GenDrive-Einheiten bedeuten ein Plus von 125 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das Servicegeschäft legte um 82 Prozent auf 29,8 Millionen Dollar zu, bei einer Marge von 27 Prozent.

Diese Zahlen stammen aus dem Quartalsbericht, den Plug Power vor gut einer Woche vorgelegt hat. Der Umsatz von 178,3 Millionen Dollar übertraf die Konsensschätzung, die Bruttomarge näherte sich mit minus 0,9 Prozent der Nulllinie – ein dramatischer Sprung gegenüber minus 30,7 Prozent im Vorjahr.

Der Aktienkurs reagierte damals mit einem Satz von fast 13 Prozent nach oben. Seither hat sich der Kurs um 2,1 Prozent zurückgebildet, ein Muster, das man bei Plug Power inzwischen kennt: Euphorie am Berichtstag, gefolgt von Ernüchterung, sobald der Markt die Details verdaut hat.

Ein Analyst sieht mehr Potenzial

Nicht jeder ist ernüchtert. Craig Irwin von Roth Capital erhöhte sein Kursziel am 17. August von 3,50 auf 5 Dollar und bezeichnete die Quartalszahlen als beeindruckend. Andere Häuser bleiben zurückhaltender – bei Wolfe Research hieß es zur selben Zeit lediglich, die Einstufung werde nicht verändert. Diese Spannbreite zwischen Optimismus und Skepsis begleitet die Aktie seit Wochen und dürfte es auch weiterhin tun.

An der Börse notiert das Papier aktuell bei 1,94 Euro, nach einem Plus von 3,3 Prozent am Freitag. Zum 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro, erreicht Anfang Oktober, fehlen noch 52 Prozent – ein Abstand, der zeigt, wie viel Vertrauen der Markt seit dem Höhepunkt verloren hat. Zum Jahrestief von 1,20 Euro dagegen liegt der Kurs bereits 62 Prozent höher.

Was bleibt, ist ein Unternehmen im Umbau: schlankere Kostenstruktur, wachsende Elektrolyseur-Pipeline, aber eben auch die Notwendigkeit, Vermögenswerte zu verkaufen, um über die Runden zu kommen. Ob das reicht, um die Lücke bis zur versprochenen Profitabilität 2028 zu schließen, wird sich an genau dieser Stelle entscheiden – nicht an einer einzelnen Kennzahl, sondern am Zusammenspiel aus Cash-Zufluss und Auftragsbuch.

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Diskussion zu Plug Power

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.