Plug Power steht vor einer entscheidenden Woche. Bis zum 30. Juni muss der Wasserstoff-Spezialist einen wichtigen Anlagenverkauf abschließen. Die Börse reagiert nervös. Aktuell verliert das Papier über fünf Prozent und rutscht auf 2,31 Euro ab.
Im Zentrum steht das „Project Gateway“ im Bundesstaat New York. Der Konzern will das Grundstück samt Infrastruktur abstoßen. Gelingt der Deal fristgerecht, fließen mindestens 132,5 Millionen US-Dollar in die Kasse. Maximal winken sogar 142 Millionen Dollar.
Ursprünglich plante das Management dort eine Anlage für flüssigen Wasserstoff. Eine erhoffte Kreditgarantie der US-Regierung platzte allerdings. Daraufhin stoppte Plug Power im vergangenen November alle Arbeiten auf dem Gelände. Nun dient der Verkauf als erster Schritt einer breiteren Strategie.
Frisches Geld für den Umbau
Insgesamt will das Unternehmen durch Anlagenverkäufe über 275 Millionen Dollar an Liquidität freisetzen. Plug Power benötigt das Geld dringend. Zwar lagen Ende des ersten Quartals noch rund 800 Millionen Dollar auf den Konten. Dem stehen aber Verbindlichkeiten von fast 1,6 Milliarden Dollar gegenüber.
Mit dem Sparprogramm „Project Quantum Leap“ steuert das Management nun gegen. Das Ziel: schlankere Strukturen und höhere Margen. Bis Ende 2026 soll das operative Ergebnis positiv ausfallen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz bereits um 22 Prozent.
Analysten sehen Potenzial
Die Investmentbank Clear Street blickt optimistisch auf die kommenden Monate. Die Analysten hoben ihr Kursziel kürzlich auf 4,00 US-Dollar an und raten zum Kauf. Sie erwarten für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum auf 817 Millionen Dollar.
Treiber dieser Entwicklung sind neue Großaufträge. Dazu zählt ein Elektrolyseur-Vertrag für das kanadische Hy2gen-Projekt. Parallel dazu profitiert Plug Power vom Bau neuer Wasserstoffanlagen durch das US-Energieministerium. Auch ein Steuerabkommen in Usbekistan stützt die Prognose.
Harter Kontrast im Chart
Am Aktienmarkt spiegelt sich aktuell die pure Unsicherheit wider. Auf Monatssicht brach der Kurs um gut 30 Prozent ein. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt mittlerweile minus 18 Prozent. Der RSI-Indikator nähert sich mit einem Wert von 35 dem überverkauften Bereich.
Ein Blick auf das vergangene Jahr zeigt jedoch ein anderes Bild. Gegenüber dem Tiefststand vom Juni 2025 verzeichnet das Papier noch immer ein Plus von 146 Prozent. Die Volatilität bleibt extrem hoch.
Die unmittelbare Richtung der Aktie entscheidet sich in den nächsten Tagen. Meldet Plug Power bis zum 30. Juni den erfolgreichen Verkauf der New Yorker Anlage, stärkt das die Bilanz massiv. Platzt der Deal, droht im Vorfeld der August-Quartalszahlen weiterer Verkaufsdruck.
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