Plug Power steckt in einer Abwärtsspirale, die selbst technische Extremwerte nicht stoppen. Der RSI von 26,7 signalisiert ein tief überverkauftes Papier. Trotzdem bleibt eine Erholung aus – und der Grund liegt bei den Leerverkäufern.
Verkaufsdruck trotz Extremwerten
Die Aktie des Wasserstoff-Spezialisten notiert aktuell bei 1,93 Euro, ein Minus von 0,42 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Verlust von 16,44 Prozent, über 30 Tage sind es 19,39 Prozent. Damit liegt der Titel rund 28,72 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 2,71 Euro.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,72 Euro, erreicht Anfang Juni, trennen die Aktie inzwischen 48 Prozent. Zum Jahrestief von 1,21 Euro aus dem August 2025 bleibt dagegen noch ein Puffer von 60 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 2,72 Milliarden Euro.
Ein RSI unter 30 gilt normalerweise als Signal für eine baldige Gegenbewegung. Bei Plug Power greift dieses Muster derzeit nicht. Der Grund: Rund 27,4 Prozent der frei handelbaren Aktien sind leerverkauft. Viele Trader setzen also weiter auf fallende Kurse – und zwar bewusst vor dem nächsten Quartalsbericht.
Analysten bleiben skeptisch
Die jüngsten Analystenreaktionen passen zu diesem Bild. Susquehanna senkte am 10. Juli sein Kursziel von 3,75 auf 2,50 Dollar, behielt die bisherige Einstufung aber bei. Tags zuvor hatte Morgan Stanley sein Ziel leicht von 1,50 auf 1,65 Dollar angehoben – bei unveränderter „Underweight“-Empfehlung. Die Bank verweist weiter auf hohen Kapitalbedarf und anhaltenden Cash-Verbrauch.
Dabei zeigt das Unternehmen operativ durchaus Fortschritte. Die GAAP-Bruttomarge verbesserte sich im letzten Quartal von minus 55 Prozent auf minus 13 Prozent. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar, getrieben von den Sparten Elektrolyseure und Materialtransport.
Neue Aufträge, aber die Kernfrage bleibt
Plug Power baut sein internationales Geschäft parallel weiter aus. Erst kürzlich sicherte sich der Konzern einen 50-Megawatt-Elektrolyseur-Auftrag in Australien. Zusätzlich kommen die BEDP-Engineering-Verträge voran.
Für die Investoren zählt trotzdem vor allem eine Zahl: der Barmittelverbrauch aus Investitionen und operativem Geschäft. Genau hier entscheidet sich, ob der Konzern seinen Weg zur Profitabilität tatsächlich einhalten kann.
Der nächste Prüfstein folgt am 10. August 2026. Dann legt Plug Power die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Anleger werden dabei genau prüfen, ob sich die Margenverbesserung aus dem ersten Quartal fortsetzt – und ob das Management einen klareren Zeitplan für den Weg zu positivem Cashflow liefert. Bis dahin dürfte die hohe Volatilität von aktuell 59 Prozent auf Jahresbasis das Bild bestimmen.
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