Starke Worte, schwache Kurse. Das Management von Plug Power skizzierte in London vor institutionellen Investoren große Wasserstoff-Pläne. Die Börse reagierte kühl. Am Freitag rutschte das Papier um 2,32 Prozent auf 2,44 Euro ab. Seit dem Jahreshoch Anfang Juni hat der Titel über 34 Prozent eingebüßt.
Der Millionen-Deal
Anleger blicken nun auf einen entscheidenden Termin. Bis Ende Juni soll der Verkauf des Projekts Gateway abgeschlossen sein. Plug Power winkt ein Bruttoerlös von mindestens 132,5 Millionen US-Dollar. Je nach Abschlussbedingungen kann die Summe auf 142 Millionen steigen.
Die Transaktion umfasst Grundstücke, Infrastruktur und Umspannwerke in New York. Das Geld wird dringend benötigt. Der Konzern will seine Liquidität insgesamt um mehr als 275 Millionen Dollar verbessern. Dafür verkauft Plug Anlagen und löst gebundene Barmittel auf.
Wachstum trifft auf Kapitalbedarf
Operativ macht das Unternehmen Fortschritte. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent auf rund 163 Millionen Dollar. Auch die Bruttomarge verbesserte sich spürbar. Der bereinigte Verlust je Aktie sank auf acht Cent.
Die Kehrseite der Medaille: Der Barmittelabfluss bleibt enorm. Allein im ersten Quartal verbrannte Plug Power über 152 Millionen Dollar an freiem Cashflow. Das Ziel: Im vierten Quartal 2026 will das Management ein positives EBITDAS erreichen. Bis zu echten Gewinnen dauert es laut Plan noch bis 2028.
Umbau im Hintergrund
Parallel dazu baut der Konzern seine Strukturen um. Nach einem Rücktritt schrumpft der Vorstand auf neun Mitglieder. Außerdem stimmten die Aktionäre einer Erweiterung des Aktienplans zu. Das erhöht die Anzahl der reservierten Stammaktien. Solche Maßnahmen schüren bei Investoren oft die Angst vor einer Verwässerung.
Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet die Aktie ein Minus von rund 14 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von knapp 29 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Volatilität bleibt hoch.
Ende Juni fällt die erste wichtige Entscheidung. Schließt Plug Power den Anlagenverkauf fristgerecht ab, bringt das dringend nötige finanzielle Luft. Platzt der Deal, rückt der hohe Kapitalbedarf sofort wieder in den Vordergrund. Am Markt richtet sich der Blick dann direkt auf die Ergebnisse des zweiten Quartals. Dort suchen Investoren nach harten Beweisen für sinkende Kosten.
