Nach Jahren tiefroter Zahlen lieferte Plug Power im Schlussquartal 2025 mit 2,4 Prozent endlich eine positive Bruttomarge. Ein hart erkämpfter Meilenstein, der nun direkt wieder unter Beschuss gerät. Neue US-Strafzölle zwingen das Management zu einem radikalen Umbau der Lieferketten. Der Wasserstoff-Spezialist steht vor einem riskanten Wettlauf gegen die Zeit.
Die US-Regierung erhebt neuerdings Abgaben von 20 Prozent auf chinesische Brennstoffzellen-Teile und europäische Elektrolyseure. Für Plug Power bedeutet das akuten Handlungsbedarf. Innerhalb von nur sechs Monaten will das Unternehmen seine Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern halbieren. Das Management rechnet mit kurzfristigem Gegenwind, hält aber am Ziel fest, bis Ende 2026 den Break-even auf Bruttomargen-Basis zu erreichen.
Neue Einnahmequellen und ein Großauftrag
Parallel dazu treibt CEO Jose Luis Crespo die Neuausrichtung voran. Plug Power rückt Rechenzentren, industrielle Stromversorgung und Logistik stärker in den Fokus. Diese Strategie liefert bereits zählbare Ergebnisse: Plug Power hat eine bindende Vereinbarung zum Verkauf seines „Project Gateway“ in New York an Stream Data Centers unterzeichnet. Die Transaktion soll bis Ende Juni abschließen und mindestens 132,5 Millionen US-Dollar in die Kassen spülen.
Hinzu kommt ein Großauftrag aus Kanada. Für das Courant-Projekt in Québec liefert Plug Power ein 275-Megawatt-Elektrolyseursystem an Hy2gen Canada. Die Anlage wird künftig mit Wasserkraft dekarbonisiertes Ammoniumnitrat für die Bergbauindustrie produzieren. Marktbeobachter werten den Deal als möglichen Vorläufer für noch größere Folgeaufträge.
Kurssprung trifft auf Verwässerungsrisiko
An der Börse honorieren Investoren die strategische Klarheit und politische Rückendeckung. Berichten zufolge will die Trump-Administration milliardenschwere Fördergelder für regionale Wasserstoff-Hubs erhalten. Die Plug-Power-Aktie verzeichnete daraufhin massive Zuflüsse. Auf Monatssicht steht ein Plus von knapp 39 Prozent, der Kurs notiert aktuell bei 2,73 Euro.
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Hinter der Kursrallye verbergen sich handfeste strukturelle Risiken. Im Februar genehmigten die Aktionäre eine Verdopplung der ausstehenden Aktien auf bis zu drei Milliarden Stück. Dieser Beschluss schafft enormen Spielraum für künftige Kapitalerhöhungen, die Altaktionäre massiv verwässern könnten. Analysten bleiben entsprechend vorsichtig. Ameet Thakkar von BMO Capital rät weiterhin zum Verkauf und sieht den fairen Wert bei lediglich 1,00 US-Dollar. Das durchschnittliche Kursziel im Markt liegt bei 2,71 US-Dollar.
Bewährungsprobe im Mai
Am 11. Mai präsentiert Plug Power die Zahlen für das erste Quartal. Dieser Termin wird zum ersten echten Stresstest für die Lieferketten-Strategie. Das Management hat sich öffentlich auf einen strikten Profitabilitäts-Fahrplan festgelegt:
- Positives EBITDAS im vierten Quartal 2026
- Operative Profitabilität bis Ende 2027
- Vollständige Profitabilität bis Ende 2028
Der anstehende Quartalsbericht muss belegen, inwieweit die inflationsbedingten Zollkosten diesen Zeitplan bereits belasten.
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