Vier Wochen in Folge bergab, ein RSI von 37,1 — und trotzdem meldet Planet Ventures gerade eine neue Portfoliobeteiligung. Der Widerspruch zwischen operativer Aktivität und Kursentwicklung prägt das Bild dieser kleinen kanadischen Beteiligungsgesellschaft für den privaten Raumfahrtsektor.
Kursschwäche trotz Portfolioausbau
Der Schlusskurs von 0,21 USD am Freitag war zwar nahezu unverändert. Über sieben Tage hat die Aktie allerdings gut zehn Prozent verloren, über dreißig Tage sogar knapp 22 Prozent. Mit einem RSI nahe 37 nähert sich der Titel der klassischen Überverkauft-Schwelle von 30 — ein Niveau, das bei Micro-Caps erfahrungsgemäß Momentum-Trader anzieht.
Parallel dazu baut Planet Ventures sein Portfolio weiter aus. Zu den Beteiligungen zählen Relativity Space im Bereich Startinfrastruktur, Mantis Space mit einem geplanten orbitalen Stromnetz, das KI-Plattformunternehmen Antaris sowie General Astronautics, das autonome Robotik für die Schwerelosigkeit entwickelt. Hinzu kommen Galactic Resource Utilization Space für Mondinfrastruktur und Raumtourismus sowie die jüngste Investition: Lux Aeterna.
Die Wette auf wiederverwendbare Satelliten
Im Mai investierte Planet Ventures 100.000 USD in Lux Aeterna — ein Unternehmen, das wiederverwendbare Satelliten entwickelt. Das klingt nach kleiner Summe, ist aber strategisch gemeint: Lux Aeterna will das Prinzip der Einwegsatelliten grundlegend ablösen und eine dauerhafte Logistikschicht zwischen Erde und Orbit aufbauen.
Das Konzept hat Risikokapitalgeber überzeugt. Space Capital ist engagiert, Konvoy führte eine Seed-Finanzierungsrunde über 10 Millionen USD an. Eine Demonstrationsmission ist für 2027 geplant. Gegründet wurde das Unternehmen von Brian Taylor, der zuvor an Satellitennetzwerken für Starlink und Amazons Projekt Kuiper mitgearbeitet hat.
Rückenwind aus dem Gesamtmarkt
Das Marktumfeld spricht für die Investitionsthese. Private Investitionen in den Raumfahrtsektor stiegen 2025 um 48 Prozent auf ein Rekordhoch von 12,4 Milliarden USD. Für 2026 wird weiteres Wachstum erwartet, getrieben durch steigende Verteidigungsausgaben und den Ausbau kommerzieller Satellitenkapazitäten.
Langfristig prognostizieren das Weltwirtschaftsforum und McKinsey eine globale Raumfahrtwirtschaft von rund 1,8 Billionen USD bis 2035. Planet Ventures positioniert sich als öffentlich gehandeltes Vehikel, das Privatanlegern Zugang zu genau diesen privaten Beteiligungen ermöglicht — einem Markt, der traditionell institutionellen Investoren vorbehalten war.
CEO Etienne Moshevich beziffert die verwalteten Assets auf rund 20 Millionen USD. Für 2026 plant er, das Portfolio und das Beratungsteam zu erweitern. Mit Dr. Bora Uygun hat das Unternehmen bereits einen erfahrenen Raumfahrtinvestor als Head of Space Investments gewonnen.
Für die kommende Woche stehen keine Quartalszahlen oder Unternehmensevents an. Ob der Kurs sich auf dem aktuellen Niveau stabilisiert, hängt auch davon ab, ob neue Portfoliomeldungen oder Updates zur Lux-Aeterna-Entwicklungstimeline für frischen Impuls sorgen. Bei einer annualisierten Volatilität von 84 Prozent sind scharfe Bewegungen in beide Richtungen jederzeit möglich.
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