Wenn Anleger plötzlich „Sicherheit“ wollen, rücken oft ausgerechnet die langweiligeren Branchen in den Mittelpunkt. Genau davon profitiert Procter & Gamble derzeit: Eine spürbare Umschichtung weg von Tech hin zu defensiven Konsumwerten treibt das Interesse. Doch der Kurs bekommt nicht nur Rückenwind aus der Marktstimmung – auch operativ gibt es Argumente.
Rotation statt Tech-Fantasie
Der zentrale Treiber ist eine klare Sektorrotation. Nach dem jüngsten Gegenwind bei großen Technologiewerten wandert Kapital in klassisch defensive Bereiche wie Consumer Staples. Laut CNBC legte der Sektor in der zweiten Februarwoche kräftig zu und kommt 2026 bereits auf ein deutliches Plus – der beste Jahresstart seit 1997.
Warum der abrupte Wechsel? Auslöser waren vor allem die Investitionspläne der großen Hyperscaler: Amazon, Microsoft, Meta und Alphabet stellten für 2026 zusammen fast 700 Milliarden US-Dollar an geplanten Investitionen in KI-Infrastruktur in Aussicht. Das bindet einen Großteil ihrer operativen Cashflows – und erhöhte bei vielen Investoren die Skepsis. In der Folge verloren mehrere große Tech-Namen laut FactSet innerhalb einer Woche zusammen mehr als 1 Billion US-Dollar an Börsenwert. Ein Teil dieses Geldes landete in defensiveren Titeln wie P&G.
Auch fundamental Rückenwind
Bank of America verwies laut CNBC darauf, dass die Bewegung nicht nur ein „Fluchtreflex“ ist. Die Bank sieht eine Verbesserung der Nachfrage, gestützt durch mehrere Faktoren:
- stärkere Entwicklung in Schwellenländern
- schwächerer US-Dollar als Rückenwind für das Auslandsgeschäft
- wetterbedingte Effekte rund um Winterstürme
- niedrigere Ölpreise, die Transport- und Verpackungskosten senken
Wichtig dabei: Rund die Hälfte der Erlöse erzielt P&G außerhalb der USA. China bleibt der zweitgrößte Markt, zudem sei die Nachfrage in Westeuropa und Lateinamerika weiterhin erhöht.
Der Währungseffekt ist dabei konkret beziffert. Beim Bericht zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (22. Januar) sprach das Management von einem positiven Ergebnisbeitrag durch Wechselkurse von rund 200 Millionen US-Dollar nach Steuern für das Gesamtjahr.
Neuer CEO, klare Agenda
Seit dem 1. Januar führt Shailesh Jejurikar den Konzern als CEO. Laut CNBC will er stärker in die Marken investieren, um Wachstum zu stützen, und parallel Effizienzmaßnahmen vorantreiben. Das passt zur aktuellen Börsenlogik: Anleger mögen berechenbare Cashflows – und sie wollen sehen, dass Kosten im Griff bleiben.
Bei den zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen zeigte sich ein eher solides Bild: Der Umsatz lag im zweiten Quartal bei 22,2 Milliarden US-Dollar (+1% zum Vorjahr), das bereinigte Ergebnis je Aktie blieb mit 1,88 US-Dollar unverändert. Die Jahresprognose bestätigte das Unternehmen.
Am Markt spiegelt sich der Rückenwind bereits wider: Seit Jahresbeginn liegt die Aktie laut den vorliegenden Kursdaten mit 13,24% im Plus – und notiert damit klar über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.
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