Pfizer stellt sein Geschäft nach dem Pandemie-Boom spürbar neu auf. Zwei größere Transaktionen und ein Update zur Impfstoff-Pipeline zeigen, wie der Konzern Kapital freisetzt und parallel auf neue Technologien setzt. Im Zentrum steht die Frage: Wie positioniert sich Pfizer für Wachstum jenseits der außergewöhnlichen COVID-Erlöse?
Lizenzdeal mit Novavax
Am 20. Januar 2026 hat Pfizer eine nicht-exklusive Lizenzvereinbarung mit Novavax geschlossen. Ziel ist die Nutzung des Matrix‑M‑Adjuvans von Novavax für bis zu zwei Impfstoffprojekte.
Für Novavax fließt zunächst eine Vorauszahlung von 30 Millionen US‑Dollar. Hinzu kommen potenziell bis zu 500 Millionen US‑Dollar an Entwicklungs- und Verkaufsmeilensteinen sowie gestaffelte Umsatzbeteiligungen. Für Pfizer geht es dabei weniger um einen einzelnen Blockbuster, sondern um den Zugriff auf eine erprobte Wirkverstärker-Technologie, die die Wirksamkeit neuer Impfstoffe steigern kann.
Der Deal fügt sich in die Strategie ein, externe Plattformen gezielt einzukaufen, statt alles intern zu entwickeln. So kann Pfizer seine Impfstoffpalette breiter aufstellen, ohne jedes Technologierisiko allein zu tragen.
Ausstieg bei ViiV Healthcare
Ebenfalls am 20. Januar wurde eine zweite wichtige Transaktion angekündigt: Pfizer zieht sich aus der HIV-Gemeinschaftsfirma ViiV Healthcare zurück und verkauft seine wirtschaftliche Beteiligung von 11,7 %.
Aus dem Verkauf erhält Pfizer 1,875 Milliarden US‑Dollar. Die Transaktion vereinfacht die Eigentümerstruktur von ViiV: GSK bleibt Mehrheitseigner, der japanische Partner Shionogi stockt seinen Anteil auf. Der Abschluss wird – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen – im ersten Quartal 2026 erwartet.
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Für Pfizer bedeutet der Schritt vor allem eines: frische Liquidität und weniger Bindung an ein Beteiligungsmodell, das nicht mehr im Zentrum der eigenen Strategie steht. Das freiwerdende Kapital kann in eigene Entwicklungsprogramme und Prioritäten umgelenkt werden.
Pipeline im Fokus
Operativ steht die Forschungs-Pipeline klar im Mittelpunkt der Erwartungen. Nach den Spitzenumsätzen mit COVID‑Impfstoffen und ‑Therapien befindet sich Pfizer in einer Übergangsphase. Investoren schauen deshalb genau hin, welche neuen Produkte diese Lücke mittelfristig schließen können.
Wichtiges Puzzlestück ist die Impfstoffforschung:
- Eine klinische Studie zu einem kombinierten Grippe‑/COVID‑Impfstoff wurde kürzlich abgeschlossen.
- Stand Ende Januar 2026 laufen die Datenauswertungen, Ergebnisse liegen noch nicht vor.
- Kombinationimpfstoffe gelten als potenziell bedeutender Baustein für die Atemwegs-Impfstoffstrategie des Konzerns.
Daneben erwartet Pfizer im laufenden Jahr mehrere wichtige Studienstarts und Datenveröffentlichungen in verschiedenen Therapiegebieten, darunter Onkologie und weitere Impfstoffe. Die Summe dieser Projekte soll die Abhängigkeit von den zurückgehenden COVID‑Erlösen verringern.
Kursbild und Einordnung
An der Börse spiegelt sich die Neuaufstellung bisher nur begrenzt wider. Die Aktie liegt mit rund 12 % Minus seit Jahresanfang unter Druck und notiert etwa 15 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, bewegt sich aber noch klar über dem Jahrestief. Das deutet auf Zurückhaltung der Anleger hin, während sie auf harte Belege für neues Wachstum warten.
Entscheidend wird nun, wie Pfizer die 1,875 Milliarden US‑Dollar aus dem ViiV‑Verkauf und den Zugang zur Matrix‑M‑Technologie in konkrete Wachstumsprojekte übersetzt – insbesondere mit Blick auf die anstehenden Daten aus der Kombi-Grippe/COVID-Studie und weitere Pipeline-Meilensteine im Verlauf des Jahres 2026.
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