Der Pharma-Riese Pfizer steckt mitten in einem schwierigen Übergangsjahr, sendet heute aber ein wichtiges Lebenszeichen: Ein strategischer Milliarden-Verkauf bringt sofortiges frisches Kapital in die Kasse. Doch während die Aktie im Branchenvergleich fast schon verdächtig günstig gehandelt wird, bleiben Anleger skeptisch. Ist die enorme Bewertungslücke gegenüber der Konkurrenz eine übersehene Chance oder eine berechtigte Warnung des Marktes?
Frisches Kapital durch ViiV-Ausstieg
Die wichtigste Nachricht des Tages betrifft die Beteiligung am HIV-Spezialisten ViiV Healthcare. Pfizer hat sich mit den Partnern GSK und Shionogi geeinigt, seinen wirtschaftlichen Anteil von 11,7 Prozent an dem Unternehmen aufzugeben.
Dieser Schritt spült 1,875 Milliarden US-Dollar in bar in die Kassen des Konzerns. Für Pfizer bedeutet dies nicht nur eine Vereinfachung des Investmentportfolios, sondern vor allem sofortige Liquidität. Diese Mittel stärken die Bilanz in einer Phase, in der sich das Unternehmen strategisch von seiner Abhängigkeit vom COVID-19-Geschäft lösen muss.
Extreme Unterbewertung im Branchenvergleich
Trotz der positiven Nachricht notiert die Aktie weiterhin auf einem Niveau, das Fragen aufwirft. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von lediglich 8,58 für das kommende Jahr klafft eine massive Lücke zum Rest der Branche.
Der Durchschnitt der großen Pharma-Konkurrenten liegt bei einem KGV von etwa 31,1. Investoren bewerten Pfizer aktuell also nicht als Wachstumsunternehmen, sondern handeln den Titel wie einen Sanierungsfall. Während Wettbewerber wie Eli Lilly aufgrund ihrer starken Pipelines in den Bereichen Stoffwechsel und Onkologie hohe Aufschläge erzielen, preist der Markt bei Pfizer das Fehlen unmittelbarer Kurstreiber ein.
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Die Belastungsfaktoren für 2026
Dass die Aktie zuletzt deutlich unter Druck stand – auf Wochensicht verlor das Papier knapp 15 Prozent an Wert – hat fundamentale Gründe. Trotz der Finanzspritze aus dem ViiV-Deal belasten zwei konkrete Hürden das laufende Geschäftsjahr 2026:
- Rückgang der COVID-Umsätze: Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Einnahmen aus dem COVID-Portfolio (Comirnaty und Paxlovid) auf eine Basislinie von rund 5 Milliarden Dollar sinken werden. Das entspricht einem Rückgang von etwa 1,5 Milliarden Dollar im Vergleich zu den Erwartungen für 2025.
- Auslaufende Patente: Der Verlust der Exklusivität bei wichtigen älteren Medikamenten dürfte den Umsatz allein in diesem Jahr um weitere 1,5 Milliarden Dollar schmälern.
Dividende als Trostpflaster
In diesem herausfordernden Umfeld dient die Dividende als primäres Argument für Bestandsaktionäre. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei beachtlichen 6,7 Prozent. Dies bietet zwar einen gewissen Puffer gegen weitere Kursverluste, doch eine Rendite in dieser Höhe signalisiert im Pharmasektor oft auch die Skepsis des Marktes bezüglich künftiger Wachstumsfantasien.
Fazit: Pfizer in der Bringschuld
Die Aktie befindet sich in einer Phase der Beweispflicht. Die heute verkündete Cash-Injektion von 1,875 Milliarden Dollar ist zwar positiv für die Liquidität, löst aber nicht das strukturelle Problem der sinkenden Einnahmen durch Patentabläufe und das schrumpfende Viral-Geschäft. Um die massive Bewertungslücke zur Konkurrenz zu schließen, muss die Pipeline greifbare Wachstumserfolge liefern. Bis dahin bleibt die hohe Dividende die wesentliche Kompensation für das Ausharren in der Übergangsphase.
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