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Pfizer Aktie: Milliarden-Deal und Bewertungs-Rätsel

Pfizer stärkt seine Bilanz durch einen milliardenschweren Beteiligungsverkauf, steht aber weiterhin vor Umsatzrückgängen durch Patentschutzverluste und sinkende COVID-Einnahmen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Pfizer erhält 1,9 Milliarden Dollar für ViiV-Anteil
  • Aktie wird mit extrem niedrigem KGV gehandelt
  • Umsatzrückgänge durch Patente und COVID-Geschäft
  • Hohe Dividendenrendite von 6,7 Prozent

Der Pharma-Riese Pfizer steckt mitten in einem schwierigen Übergangsjahr, sendet heute aber ein wichtiges Lebenszeichen: Ein strategischer Milliarden-Verkauf bringt sofortiges frisches Kapital in die Kasse. Doch während die Aktie im Branchenvergleich fast schon verdächtig günstig gehandelt wird, bleiben Anleger skeptisch. Ist die enorme Bewertungslücke gegenüber der Konkurrenz eine übersehene Chance oder eine berechtigte Warnung des Marktes?

Frisches Kapital durch ViiV-Ausstieg

Die wichtigste Nachricht des Tages betrifft die Beteiligung am HIV-Spezialisten ViiV Healthcare. Pfizer hat sich mit den Partnern GSK und Shionogi geeinigt, seinen wirtschaftlichen Anteil von 11,7 Prozent an dem Unternehmen aufzugeben.

Dieser Schritt spült 1,875 Milliarden US-Dollar in bar in die Kassen des Konzerns. Für Pfizer bedeutet dies nicht nur eine Vereinfachung des Investmentportfolios, sondern vor allem sofortige Liquidität. Diese Mittel stärken die Bilanz in einer Phase, in der sich das Unternehmen strategisch von seiner Abhängigkeit vom COVID-19-Geschäft lösen muss.

Extreme Unterbewertung im Branchenvergleich

Trotz der positiven Nachricht notiert die Aktie weiterhin auf einem Niveau, das Fragen aufwirft. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von lediglich 8,58 für das kommende Jahr klafft eine massive Lücke zum Rest der Branche.

Der Durchschnitt der großen Pharma-Konkurrenten liegt bei einem KGV von etwa 31,1. Investoren bewerten Pfizer aktuell also nicht als Wachstumsunternehmen, sondern handeln den Titel wie einen Sanierungsfall. Während Wettbewerber wie Eli Lilly aufgrund ihrer starken Pipelines in den Bereichen Stoffwechsel und Onkologie hohe Aufschläge erzielen, preist der Markt bei Pfizer das Fehlen unmittelbarer Kurstreiber ein.

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Die Belastungsfaktoren für 2026

Dass die Aktie zuletzt deutlich unter Druck stand – auf Wochensicht verlor das Papier knapp 15 Prozent an Wert – hat fundamentale Gründe. Trotz der Finanzspritze aus dem ViiV-Deal belasten zwei konkrete Hürden das laufende Geschäftsjahr 2026:

  • Rückgang der COVID-Umsätze: Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Einnahmen aus dem COVID-Portfolio (Comirnaty und Paxlovid) auf eine Basislinie von rund 5 Milliarden Dollar sinken werden. Das entspricht einem Rückgang von etwa 1,5 Milliarden Dollar im Vergleich zu den Erwartungen für 2025.
  • Auslaufende Patente: Der Verlust der Exklusivität bei wichtigen älteren Medikamenten dürfte den Umsatz allein in diesem Jahr um weitere 1,5 Milliarden Dollar schmälern.

Dividende als Trostpflaster

In diesem herausfordernden Umfeld dient die Dividende als primäres Argument für Bestandsaktionäre. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei beachtlichen 6,7 Prozent. Dies bietet zwar einen gewissen Puffer gegen weitere Kursverluste, doch eine Rendite in dieser Höhe signalisiert im Pharmasektor oft auch die Skepsis des Marktes bezüglich künftiger Wachstumsfantasien.

Fazit: Pfizer in der Bringschuld

Die Aktie befindet sich in einer Phase der Beweispflicht. Die heute verkündete Cash-Injektion von 1,875 Milliarden Dollar ist zwar positiv für die Liquidität, löst aber nicht das strukturelle Problem der sinkenden Einnahmen durch Patentabläufe und das schrumpfende Viral-Geschäft. Um die massive Bewertungslücke zur Konkurrenz zu schließen, muss die Pipeline greifbare Wachstumserfolge liefern. Bis dahin bleibt die hohe Dividende die wesentliche Kompensation für das Ausharren in der Übergangsphase.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.

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