Es ist höchst ungewöhnlich, dass der CEO eines Pharmariesen öffentlich die wichtigste Regulierungsbehörde der Welt angreift. Doch genau das hat Pfizer-Chef Albert Bourla getan und damit für Unruhe unter den Investoren gesorgt. Er wirft der US-Arzneimittelbehörde FDA Unberechenbarkeit und das Ignorieren wissenschaftlicher Fakten vor. Angesichts der prall gefüllten Entwicklungspipeline stellt sich nun die Frage: Werden politische Machtkämpfe zur Bremse für künftige Zulassungen?
Vorwürfe gegen die Behördenleitung
Auf der TD Cowen Konferenz am gestrigen Montag wählte Albert Bourla deutliche Worte. Sein Ziel war die Führungsebene der FDA-Biologika-Sparte. Laut Bourla setzt sich die Leitung zunehmend über die Empfehlungen der eigenen internen Wissenschaftler hinweg. Als Beispiel führte er das chaotische Zulassungsverfahren eines mRNA-Grippeimpfstoffs eines Wettbewerbers an: Dieser wurde zunächst abgelehnt, nur um eine Woche später nach minimalen Anpassungen doch zugelassen zu werden.
Dieses Hin und Her wertet das Pfizer-Management als Indiz für interne Meinungsverschiedenheiten bei der Behörde und eine veränderte Impfstoffpolitik unter der aktuellen US-Regierung. Für Pharmaunternehmen schafft dies ein unkalkulierbares Umfeld, was laut Bourla auch die Impfbereitschaft in der Bevölkerung negativ beeinflusst. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines aktuellen Masernausbruchs in den USA mit über 1.100 Fällen, gegen den die Gesundheitsbehörde CDC derzeit ankämpft.
Operative Stärke trotz Gegenwind
Abseits des politischen Lärms zeigen die fundamentalen Daten, dass Pfizer operativ auf Kurs ist. Zwar sank der Gesamtumsatz im vierten Quartal 2025 um drei Prozent, doch das Bild täuscht: Bereinigt um die rückläufigen Einnahmen aus Pandemie-Produkten verzeichnete der Konzern ein operatives Wachstum von neun Prozent.
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Um die Zukunft zu sichern, investierte das Unternehmen im vergangenen Jahr 10,4 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung. Die Pipeline umfasst derzeit 102 Kandidaten, von denen sich 32 in der entscheidenden Phase-3-Studie befinden. Besonders im Fokus steht dabei eine monatlich zu verabreichende GLP-1-Injektion für Stoffwechselerkrankungen, ein Marktsegment mit enormem Wachstumspotenzial.
Dividende als Stabilitätsanker
Für Anleger bietet die Aktie in unsicheren Zeiten zumindest beim Einkommen Verlässlichkeit. Pfizer hat kürzlich die 349. Quartalsdividende in Folge ausgeschüttet, was aktuell einer Dividendenrendite von über 6 Prozent entspricht. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 9,3 erscheint der Titel historisch günstig bewertet, spiegelt aber auch die regulatorischen Risiken wider.
Der offene Schlagabtausch mit der FDA birgt Risiken für die zahlreichen laufenden Zulassungsverfahren. Der entscheidende Faktor für die Kursentwicklung in den kommenden Monaten wird sein, ob die von Bourla kritisierte Unberechenbarkeit der Behörde zu konkreten Verzögerungen bei den 32 Phase-3-Kandidaten führt.
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