Petrobras geriet gestern nach dem Sieg von Luiz Inácio Lula da Silva bei Brasiliens Präsidentschaftsstichwahl unter Druck. Laut Reuters bewerteten Anleger das Risiko erneuter staatlicher Einflussnahme auf Kraftstoffpreise, Investitionen und Dividenden neu. Die Aktie verlor im Handel 9,7%.
Chambriard widerspricht der Marktreaktion
Petrobras-Chefin Magda Chambriard bezeichnete den Kursrückgang laut Reuters gestern als spekulative Bewegung. Er spiegele die fundamentale Lage des Unternehmens nicht wider, erklärte sie. Im Zentrum der von Reuters beschriebenen Anlegerbedenken stehen damit die möglichen politischen Eingriffe in die Preisgestaltung, die Investitionspolitik und die Ausschüttungen des Unternehmens.
Ein weiteres finanzielles Thema betrifft die Pensionspläne von Petros. Petrobras bat am Donnerstag den brasilianischen Rechnungshof TCU, bei Verhandlungen über ein Defizit von R$42 Milliarden zu vermitteln. Betroffen sind zwei Pensionspläne mit insgesamt 52.000 Teilnehmern. Wie Petrobras erklärte, war noch keine Einigung erzielt worden; die bestehenden Bedingungen der Pläne blieben unverändert.
Produktionsbericht und Quartalszahlen stehen an
Der Produktions- und Absatzbericht von Petrobras ist für den 28.10.2026 angekündigt. Für den 10.11.2026 ist die Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals 2026 vorgesehen.
Petrobras meldete außerdem eine internationale Rezertifizierung seiner Raffinerie Duque de Caxias für nachhaltigen Flugkraftstoff. Nach Unternehmensangaben würdigte die Zertifizierung eine um 29% verringerte Kohlenstoffintensität des in der Produktion eingesetzten Wasserstoffs.
Die Kohlenstoffintensität des nachhaltigen Flugkraftstoffs sank demnach um 23,8%. Die beiden Angaben beziehen sich damit auf unterschiedliche Teile der Herstellung: den verwendeten Wasserstoff einerseits und den produzierten Flugkraftstoff andererseits.
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