Neuer Vorstand, frisch genehmigtes Investitionsbudget, Dividende in Sicht — und trotzdem hängt über Petrobras eine Frage, die alle anderen überlagert: Wie lange hält das Unternehmen die Kraftstoffpreise noch künstlich niedrig?
Hauptversammlung bringt Ordnung ins Haus
Die Aktionärsversammlung in Rio de Janeiro verlief geordnet. Die Anteilseigner stimmten mit 84,56% für eine Gesamtdividende von umgerechnet rund 41 Milliarden Reais für 2025. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende heißt Guilherme Santos Mello. Vier von elf Sitzen wurden neu besetzt, die Regierung behält ihre Mehrheit von sechs Sitzen.
Minderheitsaktionäre sicherten sich zwei Mandate. Das Investitionsbudget für 2026 — rund 114 Milliarden Reais, Schwerpunkt Exploration und Förderung — passierte ebenfalls die Abstimmung.
Der eigentliche Konflikt
Das neue Führungsgremium erbt ein strukturelles Problem. Petrobras verkauft Kraftstoff unter internationalem Preisniveau. Das schützt brasilianische Verbraucher, schadet aber Importeuren und drückt die Dieselvorräte. Analysten warnen, diese Politik sei auf Dauer nicht tragbar.
Der Hintergrund ist politisch. Präsident Lula steht vor der Wiederwahl und will keine steigenden Benzinpreise verantworten. Investoren sehen das anders: Rohöl ist zuletzt um mehr als 30% gestiegen. Wer die Preise nicht anpasst, der opfert Margen für Wahlkampfkalkül.
Hinzu kommt: In seinem Geschäftsplan für 2026 bis 2030 kürzte Petrobras die Mittel für die Energiewende um 20%. Während der Hauptversammlung protestierten Umweltgruppen vor dem Gebäude.
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Dividende und Quartalszahlen als nächste Wegmarken
Für Aktionäre auf der B3 gilt der 22. April 2026 als Record Date. Ab dem 23. April wird die Aktie ex-Dividende gehandelt. Die erste Tranche beträgt 0,32626409 Reais je Aktie und wird am 20. Mai ausgezahlt — vollständig als Zinsen auf Eigenkapital.
ADR-Inhaber an der NYSE haben den 24. April als Record Date, Zahltag ist der 28. Mai.
Die Aktie schloss die Woche in Frankfurt bei 7,66 Euro — ein Minus von knapp 2% am Freitag. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Plus von fast 54%.
Quartalszahlen am 11. Mai
Am 11. Mai legt Petrobras seine Q1-Ergebnisse vor. Das Umfeld ist grundsätzlich günstig: Die Förderung soll in diesem Jahr auf 2,5 Millionen Barrel täglich steigen, die nachgewiesenen Reserven liegen auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Brent notiert nahe 100 Dollar.
Die entscheidende Variable bleibt die Preispolitik. Eskaliert der Konflikt zwischen Investoreninteressen und politischem Kalkül vor dem Ergebnistag, dürften die Zahlen in einem deutlich nervöseren Marktumfeld ankommen.
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