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Petrobras Aktie: Keine klaren Signale?

Petrobras steht im Spannungsfeld zwischen hohen Aktionärsausschüttungen und staatlichen Eingriffen in die Kraftstoffpreise.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardendividende von Aktionären gebilligt
  • Streit um künstlich niedrige Spritpreise
  • Investitionsbudget von 114 Milliarden Real
  • Aktie fällt auf überverkauftes Niveau

Hohe Ausschüttungen auf der einen Seite, wachsender politischer Druck auf der anderen. Bei Petrobras prallen derzeit Aktionärsinteressen und staatliche Vorgaben hart aufeinander. Ein Streit im Verwaltungsrat über künstlich niedrig gehaltene Kraftstoffpreise wirft einen Schatten auf die anstehende Berichtssaison.

Streit um die Preispolitik

Ein von Minderheitsaktionären ernanntes Verwaltungsratsmitglied schlägt Alarm. Der staatlich kontrollierte Ölkonzern verliere Milliarden durch Kraftstoffverkäufe unter Marktwert. Zusätzlich warnt der Vertreter vor einem massiven Reputationsschaden. Dieser Konflikt prägt die aktuelle Lage des Unternehmens maßgeblich.

Präsident Lula da Silva drängt im Wahljahr massiv darauf, die kriegsbedingte Energieinflation einzudämmen. Steigende Benzinpreise gelten als politisches Risiko. Für Petrobras bedeutet das einen direkten Eingriff in die Margen.

Milliarden für Aktionäre und Investitionen

Parallel dazu hat der Konzern Fakten bei der Kapitalaufteilung geschaffen. Die Hauptversammlung segnete eine Dividende von 41,2 Milliarden brasilianischen Real ab. Der Stichtag für diese Zahlung ist in der vergangenen Woche verstrichen. Die Ausschüttung erfolgt in zwei Tranchen im Mai und Juni.

Obendrein billigten die Aktionäre ein massives Investitionsbudget. Für das laufende Jahr fließen 114 Milliarden Real in neue Projekte. Der Löwenanteil ist für die lukrative Pre-Salt-Exploration vor der Küste reserviert. Die neue Führungsebene überwacht diesen Spagat zwischen Ausgaben und Ausschüttungen genau. Mit Guilherme Santos Mello sitzt nun ein hochrangiger Beamter des Finanzministeriums dem Verwaltungsrat vor.

Blick auf die Zahlen

An der Börse sorgte die Gemengelage zuletzt für Gewinnmitnahmen. Die Aktie rutschte am Freitag auf 7,70 Euro ab. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von rund 30 mittlerweile einen überverkauften Zustand. Auf Jahressicht steht dennoch ein starkes Plus von gut 54 Prozent auf der Anzeigetafel.

Der nächste Impuls für den Kurs steht bereits fest. Am 30. April veröffentlicht Petrobras seinen Produktionsbericht für das erste Quartal. Diese operativen Daten liefern das Fundament für die vollständigen Finanzzahlen am 11. Mai. Dann wird sichtbar, wie stark die subventionierten Kraftstoffpreise das operative Geschäft tatsächlich belasten.

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