Petrobras hatte eine unruhige Woche — nicht wegen schlechter Unternehmensnachrichten, sondern wegen des Ölmarkts. Der Rohstoffpreisrückgang am Freitag zog die Aktie auf 7,00 Euro, ein Tagesminus von 1,70 Prozent.
Brent auf dem tiefsten Stand seit März
Brent-Rohöl fiel am Freitag um 3,37 Prozent auf 87,33 Dollar je Barrel. WTI verlor 3,23 Prozent auf 84,88 Dollar. Auslöser war die wachsende Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im US-Iran-Konflikt. Weniger geopolitische Spannung bedeutet weniger Risikoprämie im Ölpreis.
Für Petrobras ist das direkt relevant. Das Geschäftsmodell hängt eng an Ölpreisen, Raffineriegewinnen und den Erwartungen an den Cashflow. Über die Woche verlor Brent rund 6,2 Prozent — der niedrigste Stand seit Anfang März.
Starkes Jahr, schwacher Monat
Das kurzfristige Bild ist trüb. Auf Sicht von 30 Tagen hat die Aktie 8,45 Prozent verloren. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 7,56 Euro — die Aktie notiert 7,47 Prozent darunter. Das zeigt: Der kurzfristige Aufwärtstrend ist gebrochen.
Allerdings bleibt der mittelfristige Rahmen intakt. Petrobras liegt noch 15,21 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 6,08 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 40,56 Prozent. Das Jahrestief vom Dezember 2025 bei 4,80 Euro liegt 45,80 Prozent entfernt.
Die aktuelle Schwäche ist eine Korrektur vom Frühjahrshoch — kein Trendbruch.
100-Tage-Linie als Schlüsselzone
Technisch hat die Aktie eine kritische Marke erreicht. Sie schloss bei 7,00 Euro — nahezu exakt auf dem 100-Tage-Durchschnitt von 7,01 Euro. Der RSI liegt bei 41,2 und signalisiert schwachen Schwung, aber keine Überverkauft-Situation.
Hält diese Zone, wäre der nächste Widerstand die 50-Tage-Linie bei 7,56 Euro. Gibt die Unterstützung nach, rückt der 200-Tage-Durchschnitt bei 6,08 Euro ins Blickfeld. Das Jahreshoch vom Mai bei 8,18 Euro bleibt der übergeordnete Referenzpunkt für eine Erholung.
Eigene Unternehmensnachrichten spielten diese Woche keine Rolle. Petrobras veröffentlichte lediglich institutionelle Mitteilungen — darunter eine Meldung zur Rückkehr in die Konzernzentrale in Rio de Janeiro. Den Takt gab allein der Ölmarkt vor. Das dürfte vorerst so bleiben.
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