Im Santos-Becken vor der brasilianischen Küste bereitet Petrobras den nächsten großen Wurf vor. Die P-79-Plattform wartet nur noch auf grünes Licht der Behörden, um die Förderung aufzunehmen. Parallel dazu treibt der hohe Ölpreis die Marktkapitalisierung des Staatskonzerns in neue Höhen.
Warten auf die finale Freigabe
Die P-79-Plattform liegt etwa 180 Kilometer vor der Küste Rio de Janeiros in ultratiefen Gewässern. Sie bildet das Herzstück des Búzios-8-Projekts. Mit einer installierten Kapazität von 180.000 Barrel Öl pro Tag untermauert der Konzern seine Strategie im margenstarken Pre-Salt-Bereich.
Der Entwicklungsplan umfasst insgesamt 14 Bohrungen. Den Anfang macht das Bohrloch Buz-90, das allein rund 50.000 Barrel zur täglichen Produktion beisteuern soll. Aktuell fehlt lediglich die formelle Erlaubnis der Nationalen Erdölagentur ANP für den operativen Start.
Geopolitik treibt den Börsenwert
Die angespannte Weltlage spielt dem Energiekonzern in die Karten. Innerhalb weniger Wochen kletterte die Marktkapitalisierung um fast 109 Milliarden brasilianische Real nach oben. Der Gesamtbörsenwert erreichte damit zuletzt stolze 641 Milliarden Real.
Dieser massive Zuwachs spiegelt die Nervosität an den internationalen Rohstoffmärkten wider. Ein Brent-Ölpreis von über 95 US-Dollar pro Barrel liefert starken Rückenwind. Treiber dieser Entwicklung bleiben die Konflikte im Nahen Osten und die Sorge um die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus.
Bewegung im Petrochemie-Sektor
Abseits des operativen Geschäfts fordert ein Eigentümerwechsel die Aufmerksamkeit des Managements. Novonor hat einen Vertrag zur Übergabe der Kontrolle am Petrochemieunternehmen Braskem an IG4 Capital unterzeichnet. Petrobras agiert bei Braskem als Mitkontrolleur und prüft derzeit die genauen Bedingungen dieser Vereinbarung.
Die Transaktion benötigt weitreichende behördliche Zustimmungen. Im Raum steht ein mögliches Pflichtangebot für die ausstehenden Aktien.
Intern ordnet der Konzern derweil seine Explorations- und Produktionssparte neu. Eine eigens geschaffene Managementeinheit übernimmt künftig die Führung des Libra-Feldes. Petrobras hält an diesem Konsortium einen Anteil von 40 Prozent und steuert das Projekt gemeinsam mit Partnern wie Shell und Total.
An der Börse honorierten Anleger die jüngsten Entwicklungen mit moderaten Kursgewinnen von rund 1,4 Prozent für Stamm- und Vorzugsaktien. Kurzfristig bleibt die Preisentwicklung am Rohstoffmarkt der entscheidende Taktgeber. Sobald sich diplomatische Entspannungssignale zwischen den USA und dem Iran verdichten, wie sie am Dienstag bereits zu leichten Preisrückgängen beim Brent-Öl führten, könnte der aktuelle Bewertungsaufschlag schnell auf den Prüfstand geraten.
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