Grund dafür sind neue positive Einschätzungen zur Gewinnentwicklung und eine außergewöhnlich hohe Dividendenwartung. Insbesondere die Experten von BTG Pactual haben ihre Bewertung für das Unternehmen deutlich angehoben und prognostizieren eine Fortsetzung der starken Geschäftsentwicklung bis weit in das Jahr 2027 hinein.
Analysten sehen massives Potenzial bei Dividenden
In einer aktuellen Analyse hat BTG Pactual die Beobachtung von Petrobras mit einer Kaufempfehlung gestartet. Das Kursziel für die Stammaktien wurde für das Ende des Jahres 2027 auf 56 Brasilianische Real festgesetzt, was einem erheblichen Aufwärtspotenzial entspricht. Parallel dazu sehen die Analysten das Kursziel für die in den USA gehandelten ADRs bei 22 US-Dollar. Die Experten rechnen mit einer Gesamtrendite von bis zu 47 Prozent, wenn man die erwarteten Dividendenausschüttungen einbezieht.
Für das Jahr 2026 wird eine Dividendenrendite von etwa 10 Prozent erwartet. In einem optimistischen Szenario könnte dieser Wert im Jahr 2027 sogar auf bis zu 14 Prozent steigen. Laut BTG Pactual bleibt die Aktie selbst bei einem Ölpreis von 60 US-Dollar pro Barrel der Sorte Brent in der Lage, zweistellige Dividendenrenditen zu erwirtschaften. Damit unterstreicht der Konzern seine Position als einer der attraktivsten Dividendenzahler im globalen Energiesektor. Die Aktie notiert aktuell bei 7,24 € und weist seit Jahresbeginn eine Performance von 47,76 % auf.
Raffineriegeschäft als Stabilitätsanker im Marktumfeld
Ein wesentlicher Faktor für die optimistischen Prognosen ist das starke Raffineriegeschäft. Petrobras verarbeitet etwa 70 Prozent der eigenen Ölproduktion in den heimischen Raffinerien. Die globalen Raffineriemargen befinden sich derzeit auf einem sehr hohen Niveau. Medienberichten zufolge erreichten die sogenannten Crack-Spreads im Juli 2026 Rekordwerte, was die Profitabilität des Konzerns massiv stützt.
Diese hohen Margen resultieren unter anderem aus geringen Investitionen in globale Raffineriekapazitäten in den vergangenen Jahren sowie aus Handelsbeschränkungen für russischen Diesel. BTG Pactual geht davon aus, dass Petrobras durch diese vorteilhafte Marktstellung den sogenannten Breakeven-Punkt für die Generierung von freiem Cashflow auf fast 60 US-Dollar pro Barrel senken konnte. Zuvor war dieser Wert Anfang 2026 noch auf 67 US-Dollar geschätzt worden.
Ausblick auf die Quartalszahlen und Privatisierungspläne
Für das zweite Quartal 2026 zeichnet sich laut Schätzungen des Analysehauses Santander ein starkes Ergebnis ab. Während viele brasilianische Binnenunternehmen mit Umsatzrückgängen kämpfen, dürften Rohstoffexporteure wie Petrobras zu den Gewinnern der Saison gehören. Santander prognostiziert für den Öl- und Gassektor ein durchschnittliches Wachstum des EBITDA von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Konkret für Petrobras erwartet BTG Pactual ein bereinigtes EBITDA von 18,9 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von rund 9,5 Milliarden US-Dollar für das abgelaufene Quartal.
Trotz der starken operativen Zahlen bleibt die politische Komponente für Anleger relevant. Medienberichte weisen darauf hin, dass der Präsidentschaftskandidat Zema Pläne zur Privatisierung von Petrobras und der Banco do Brasil verfolgt, sollte er die Wahl gewinnen. Solche Spekulationen sorgen am Markt immer wieder für Bewegung, auch wenn die Aktie derzeit mit einem Abstand von -11,48 % noch unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert. Die Verschuldung des Konzerns könnte laut Analystenmeinung zudem weiter sinken und eine Marke von 65 Milliarden US-Dollar erreichen.
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