Ein Jahr nach dem Einstieg von Elliott steht PepsiCo unter Druck, die versprochenen Verbesserungen zu liefern. Am Donnerstag legt der Konzern Zahlen zum dritten Quartal vor. Im Mittelpunkt steht das Nordamerika-Geschäft, in dem die Absatzmengen schrumpfen.
Marge bewegt sich in die falsche Richtung
Der aktivistische Investor hatte vor einem Jahr eine Beteiligung von rund 4 Milliarden Dollar aufgebaut. Im Dezember folgte nach Gesprächen mit Elliott ein Ziel: Die operative Kernmarge soll binnen drei Jahren um 100 Basispunkte steigen. Bislang läuft es umgekehrt. Im ersten Halbjahr lag sie mit 16,3 Prozent des Umsatzes 15 Basispunkte unter dem Vorjahreswert.
Dabei hat CEO Ramon Laguarta einiges versucht. Der Konzern hob Produktivitätseinsparungen auf Rekordniveau und senkte im Februar die Preise für Marken wie Lay’s und Doritos um bis zu 15 Prozent. Gleichzeitig belasten höhere Inputkosten infolge des Iran-Kriegs und eine zähe Inflation die Verbrauchernachfrage.
Die Skepsis ist deutlich. TD Cowen-Analyst Robert Moskow sagt, die enormen Anstrengungen im US-Geschäft von Frito-Lay seien weit hinter den Erwartungen geblieben: „Die Umsätze bleiben flach, und sie verlieren Marktanteile.“ Stephanie Link von Hightower Advisors urteilt, PepsiCo sei zu spät dran gewesen, und nun komme die Bedrohung durch GLP-1-Medikamente hinzu.
UBS-Analyst Peter Grom hält die jüngste Preiserhöhung bei einigen US-Chips für nachvollziehbar. Bleibe der erhoffte Mengeneffekt der Preissenkung aus, sei ein normaler Preisrhythmus sinnvoll. Die Erholung in Nordamerika dürfte laut Grom allerdings nur schrittweise kommen.
Bewertung schrumpft, Coca-Cola enteilt
Abnehmspritzen zwingen die Branche zum Umdenken. PepsiCo reagiert mit Produkten wie Doritos Protein, SunChips Fiber und Good Warrior Beef Sticks. Der Bewertungsabschlag bleibt dennoch sichtbar: Der Unternehmenswert liegt nur noch beim Zehnfachen des EBITDA, Mitte 2022 war es das Achtzehnfache. Der fokussiertere Rivale Coca-Cola ist davongezogen.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn knapp 12 Prozent verloren, seit Elliotts Einstieg rund 16 Prozent. Investoren wollen laut David Wagner von Aptus Capital Advisors vor allem zwei Dinge sehen: Preissetzungsmacht bei Getränken auf Augenhöhe mit Coke und ein Ende der Talfahrt bei Mengen und Margen im nordamerikanischen Snackgeschäft.
Rückenwind aus Indien
Positiv fiel zuletzt ein Gerichtsentscheid in Indien aus. Ein Gericht setzte vorläufig eine Anordnung der Lebensmittelbehörde FSSAI aus, die PepsiCo und Monster Beverage die Bezeichnung „Energy Drink“ untersagt hatte. Betroffen waren nach Unternehmensangaben fast 500 Millionen produzierte oder bereits im Handel befindliche Flaschen und Dosen, etwa der Marke Sting. Der Beschluss ist aber nur ein Aufschub, keine endgültige Klärung.
Für Donnerstag erwarten Analysten einen Umsatzanstieg von 4,3 Prozent auf 24,96 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll mit rund 2,29 Dollar nahezu stagnieren. Entscheidend wird, ob die Nordamerika-Mengen erstmals Stabilisierung zeigen.
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