Das Radiopharma-Unternehmen Pentixapharm richtet seine operativen Kapazitäten in der zweiten Jahreshälfte auf den Beginn seiner wichtigsten klinischen Untersuchung aus. Nach der erfolgreichen Einreichung und Bestätigung des IND-Antrags durch die US-Gesundheitsbehörde FDA bereitet das Unternehmen den Einschluss des ersten Patienten in die Phase-3-Studie PANDA vor.
Dieser Meilenstein, der für das laufende Halbjahr erwartet wird, markiert den Übergang des Onkologie-Spezialisten in die entscheidende Phase der klinischen Entwicklung für das Diagnostikum [⁶⁸Ga]Ga-PentixaFor.
Finanzielles Fundament und angepasste Prognose
Die finanzielle Absicherung für die bevorstehenden Studienaktivitäten wurde bereits im Juli durch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung gestärkt. Dabei platzierte Pentixapharm über 11 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 1,85 Euro je Stück, was einem Bruttoemissionserlös von 20,4 Millionen Euro entsprach.
Der Nettoerlös wurde vom Unternehmen mit 19,65 Millionen Euro beziffert. Diese Mittel sind essenziell, um die ambitionierten Ziele in der Pipeline zu finanzieren, während für das Gesamtjahr 2026 weiterhin ein Periodenfehlbetrag von rund 21,6 Millionen Euro prognostiziert wird.
Medienberichten zufolge verringerte sich der operative Verlust im ersten Halbjahr bereits auf 6,9 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei 8,4 Millionen Euro gelegen hatte. Das EBITDA verbesserte sich in diesem Zeitraum von minus 6,8 Millionen Euro auf minus 4,8 Millionen Euro. Dennoch bleibt die finanzielle Belastung durch die Forschung und Entwicklung hoch, was sich in den bestätigten Jahreserwartungen widerspiegelt.
Neuaufstellung der Führungsspitze
Parallel zur klinischen Vorbereitung hat das Unternehmen seine Führungsstruktur gestrafft. Henner Kollenberg schied bereits mit Wirkung zum 30. Juni aus dem Vorstand aus und verließ das Unternehmen. Seither besteht das Führungsgremium aus dem Vorstandsvorsitzenden Dirk Pleimes, der zusätzlich die Rolle des Chief Medical Officer (CMO) ausübt, und Erik Merten.
Letzterer übernahm als Chief Technology Officer (CTO) und Chief Operating Officer (COO) zusätzlich die Verantwortung für die Bereiche Qualitätsmanagement, Personal und Informationstechnologie. Diese Konsolidierung der Verantwortlichkeiten soll die operative Umsetzung des PANDA-Programms sowie die weitere Organisationsentwicklung unterstützen.
Regulatorisches Umfeld und Kursentwicklung
Flankiert wird der klinische Fortschritt durch einen beschleunigten Austausch mit den Behörden. Bereits vor rund acht Wochen erteilte die FDA den sogenannten Fast-Track-Status für das Diagnostikum [⁶⁸Ga]Ga-PentixaFor, was eine engmaschige Abstimmung und ein potenziell zügigeres Prüfverfahren ermöglicht. Langfristig peilt Pentixapharm die Markteinführung in den USA für das Jahr 2030 an.
Getrübt wurde das Sentiment zuletzt durch Berichte über eine Bilanzprüfung der BaFin bei der ehemaligen Muttergesellschaft Eckert & Ziegler, die im Juli eingeleitet wurde. Gegenstand sind mutmaßlich unzutreffende Angaben im Kontext der Abspaltung von Pentixapharm im Oktober 2024. Zudem lief im Juni eine Bilanzkontrolle bei Pentixapharm selbst bezüglich des Konzernabschlusses 2024.
Am gestrigen Freitag notierte die Aktie im Handel mit einem Abschlag von 2,1 Prozent und schloss bei 1,83 Euro. Damit vergrößerte sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 3,17 Euro auf minus 42 Prozent. Analyst Dr. Roger Becker von der BankM AG hatte das Papier Anfang August mit einem Kursziel von 11,33 Euro zum Kauf empfohlen.
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