Seit dem Kurssturz im Februar hat PayPal rund 29 Prozent zugelegt — und steht dennoch rund 25 Prozent tiefer als vor einem Jahr. Am 5. Mai, vor Börseneröffnung, legt der Konzern seine Q1-Zahlen vor. Der Markt wartet auf Antworten, die seit Monaten ausstehen.
Schwacher Start ins Jahr erwartet
Analysten rechnen mit einem verwässerten Gewinn je Aktie von 1,27 Dollar — ein Rückgang von rund 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Konsensschätzung bei 5,31 Dollar, auf dem Niveau von 2025. Erst 2027 soll das Wachstum wieder anziehen, mit einem Anstieg auf rund 5,79 Dollar je Aktie.
Der Ausgangspunkt ist belastet. Im Februar brach die Aktie an einem einzigen Tag um mehr als 20 Prozent ein, nachdem PayPal mit den Q4-Zahlen die Erwartungen verfehlt hatte. Der Umsatz stieg zwar um 3,7 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar, blieb aber unter den Schätzungen. Das bereinigte EPS von 1,23 Dollar enttäuschte ebenfalls.
Branded Checkout bleibt das Kernproblem
Das eigentliche Problem sitzt tiefer. Das sogenannte Branded Checkout — also Zahlungen, bei denen Kunden aktiv das PayPal-Logo wählen — trägt mehr als die Hälfte der Gewinne. Genau hier lief 2025 einiges schief: Makrodruck in wichtigen Märkten, schleppende Händlerakzeptanz, Umsetzungsprobleme.
Das Management hat daraufhin die Mehrjahresprognose zurückgezogen. Für 2026 plant PayPal gezielte Wachstumsinvestitionen, die kurzfristig auf die Marge drücken. Die Transaktionsmarge soll im Gesamtjahr bestenfalls stagnieren. Beim Branded Checkout erwartet das Unternehmen nur ein leichtes Plus im niedrigen einstelligen Bereich.
Positiv: Der freie Cashflow soll 2026 mehr als 6 Milliarden Dollar erreichen. Für Aktienrückkäufe sind rund 6 Milliarden Dollar vorgesehen.
Neuer CEO, gespaltene Analysten
Ein CEO-Wechsel macht die Lage nicht einfacher. Enrique Lores übernimmt die Führung in einer Phase, in der mehrere Aktionärsklagen gegen das Unternehmen laufen. Von 44 Analysten empfehlen derzeit nur 10 den Kauf der Aktie, 30 raten zum Halten, 4 zum Verkauf.
Die Bewertung ist niedrig: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt auf Basis der Schätzungen für die nächsten zwölf Monate bei rund 9. Das PEG-Ratio von 0,72 signalisiert, dass der Markt dem Wachstum wenig Vertrauen schenkt.
Auf der Habenseite steht PayPals KI-Positionierung. Im Evident AI Index 2026 belegt der Konzern weltweit den ersten Platz beim KI-Fachkräfteanteil im Zahlungssektor. Partnerschaften mit Google, OpenAI und Perplexity könnten mittelfristig für mehr Nutzerbindung sorgen — messbare Effekte stehen allerdings noch aus.
Am 5. Mai wird sich zeigen, ob das neu gestaltete Checkout-System — das bereits mehr als 30 Prozent der globalen Transaktionen abdeckt — erste Früchte trägt. Gelingt Lores eine Stabilisierung und bestätigt sich die Jahresprognose als konservativ, könnte das Vertrauen der Investoren zurückkehren.
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