PayPal startet schwach ins Jahr 2026. Während das Kerngeschäft an Dynamik verliert, drehen wichtige Wall-Street-Adressen den Daumen nach unten. Parallel versucht das Unternehmen, sich mit Banklizenz, KI-Projekten und hohen Aktienrückkäufen neu aufzustellen. Im Kern prallen aktuell günstige Bewertung und wachsender Zweifel am Geschäftsmodell aufeinander.
Downgrade als Belastungsfaktor
Die Aktie beendete die erste Handelswoche des neuen Jahres bei 58,14 US‑Dollar und notiert damit deutlich unter ihrem Niveau vor zwölf Monaten. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Minus bei rund 31 %, der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch von 89,31 US‑Dollar beträgt knapp 35 % – ein klares Zeichen anhaltenden Drucks.
Auslöser der jüngsten Schwäche ist vor allem eine Neubewertung durch Morgan Stanley. Die Investmentbank stufte PayPal von „Equal Weight“ auf „Underweight“ ab und senkte das Kursziel auf 51 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kurs signalisiert das weiteres Rückschlagpotenzial im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.
Inhaltlich spiegelt die Herabstufung wachsende Sorgen um das etablierte Geschäft wider:
- Branded Checkout: Das einstige Zugpferd – der bekannte PayPal-Checkout-Button – wächst nach Einschätzung der Analysten spürbar langsamer.
- Wettbewerb: Apple Pay und andere Wallet-Lösungen setzen PayPal zunehmend zu und nagen am Marktanteil.
- Margen: Es besteht Zweifel, ob neue Produkte die Margenbelastung im Kerngeschäft wirklich kompensieren können.
Der Markt folgt aktuell eher dieser skeptischen Lesart als möglichen Bewertungsargumenten – was sich im seit Wochen schwachen Kursverlauf widerspiegelt.
Strategische Neuausrichtung mit Banklizenz und KI
Operativ versucht PayPal, die Abhängigkeit vom klassischen Checkout-Modell zu verringern. Ein zentraler Baustein ist der Antrag zur Gründung einer sogenannten Industrial Bank. Ziel ist es, weniger auf externe Bankpartner angewiesen zu sein und eigene Kredit- und Einlagenprodukte für kleinere Unternehmen anbieten zu können.
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Damit würde PayPal einen Schritt tiefer in die Finanzwertschöpfungskette gehen: mehr Kontrolle über Kundengelder, mehr Spielraum bei Angeboten – aber auch mehr Regulierung. Marktbeobachter verbinden damit die Hoffnung auf zusätzliche Ertragsquellen jenseits des reinen Zahlungsverkehrs.
Parallel setzt das Management stark auf neue Technologieprojekte:
- „Agentic AI“-Payments: KI-gesteuerte Zahlungsprozesse sollen Abläufe automatisieren und neue Services ermöglichen.
- „PayPal World“: Eine grenzüberschreitende Plattform, die Venmo, Mercado Pago und weitere Wallets stärker vernetzen soll, um Händlern einen größeren adressierbaren Markt zu eröffnen.
Diese Initiativen adressieren direkt die Kritikpunkte der Analysten: mehr Vernetzung, mehr Funktionen, breitere Basis. Konkrete, messbare Umsatzbeiträge stehen allerdings noch aus – genau hier liegt derzeit der Knackpunkt für viele Investoren.
Hohe Rückkäufe trotz schwachem Chart
Finanziell fährt PayPal ein offensives Programm zur Kapitalrückführung. Für 2025 und 2026 sind Aktienrückkäufe von insgesamt bis zu 6 Milliarden US‑Dollar vorgesehen. Zusätzlich wurde eine vierteljährliche Dividende von 0,14 US‑Dollar je Aktie eingeführt, um die Attraktivität für einkommensorientierte Anleger zu erhöhen.
Damit klaffen Chartbild und Kapitalpolitik deutlich auseinander:
Während der Kurs klar in einem Abwärtstrend steckt und nur leicht über dem 52‑Wochen‑Tief von 50,41 US‑Dollar notiert, signalisieren die Rückkäufe, dass das Management den Titel auf Basis der aktuell rund 10- bis 11‑fachen erwarteten Gewinne als günstig einstuft. Der RSI von gut 70 Punkten und eine annualisierte 30‑Tage‑Volatilität von über 50 % unterstreichen zugleich, wie nervös und schwankungsanfällig die Aktie derzeit gehandelt wird.
Ausblick: Bewährungsprobe für die neue Strategie
Kurzfristig bleibt die Lage von einem klaren Spannungsfeld geprägt: einerseits eine niedrige Bewertung und ein umfangreiches Rückkaufprogramm, andererseits das nachlassende Vertrauen in das traditionelle Checkout-Geschäft und ein skeptischer Analystenkonsens. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob PayPal in den kommenden Quartalen belegen kann, dass Banklizenz-Projekt, KI-Initiativen und die „PayPal World“-Plattform tatsächlich neues, wachstumsstarkes Geschäft generieren, das die Schwäche im Kerngeschäft sichtbar ausgleicht.
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