PayPal steht unter massivem Druck. Ein neuer CEO, mehrere Wertpapierklagen und enttäuschende Quartalszahlen bringen das Unternehmen in Bedrängnis. Während die Kernsparte schwächelt, soll eine KI-Übernahme die Wende bringen. Doch reicht das?
Anlegerklagen nehmen zu
Die Gross Law Firm forderte PayPal-Aktionäre am 6. März 2026 offiziell auf, sich wegen möglicher Wertpapierbetrugsvorwürfe zu melden. Betroffen sind Anleger, die zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 PayPal-Aktien erworben haben. Die Frist zur Bestellung eines Hauptklägers endet am 20. April 2026.
Mehrere Kanzleien sind mittlerweile aktiv. Der Vorwurf: PayPal habe die eigene Umsetzungsfähigkeit überschätzt, Probleme bei der Branded-Checkout-Initiative verschwiegen und Sorgen über zunehmenden Wettbewerb heruntergespielt. Am 3. Februar 2026 folgte dann die Quittung: schwache Zahlen, CEO-Wechsel und Rücknahme der 2027-Ziele.
Enttäuschende Quartalszahlen als Auslöser
Im vierten Quartal 2025 erlöste PayPal 8,68 Milliarden US-Dollar – Analysten hatten 8,80 Milliarden erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,23 Dollar statt der prognostizierten 1,28 Dollar. Besonders alarmierend: Das Wachstum im Branded Checkout brach von sechs Prozent im Vorjahr auf nur noch ein Prozent ein. Verantwortlich waren schwacher US-Einzelhandel, internationale Gegenwind und härtere Vergleichsbasis.
Die Reaktion der Börse fiel drastisch aus: Die Aktie verlor an einem Tag 19 Prozent. Seit Jahresbeginn steht das Papier bei rund 40 Euro mit einem Minus von über 18 Prozent.
Lores übernimmt das Ruder
Am 1. März 2026 übernahm Enrique Lores als neuer CEO. Der frühere HP-Chef war bereits fünf Jahre im Aufsichtsrat von PayPal tätig. Sein Vorgänger Alex Chriss hatte die Erwartungen nicht erfüllen können – trotz des Auftrags, PayPal durch eine schwierige Phase zu führen.
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Der Verwaltungsrat begründete den Wechsel mit mangelndem Tempo bei der Umsetzung. Von Lores erwartet man nun Beschleunigung bei Innovation, KI-Initiativen und operativer Disziplin. Ob der Führungswechsel die nötige Wende bringt, muss sich erst zeigen.
Analysten werden skeptischer
Die Analystengemeinde reagierte prompt. KGI Securities stufte PayPal am 2. März von „Outperform“ auf „Neutral“ herab. Canaccord Genuity hatte bereits Anfang Februar von „Buy“ auf „Hold“ zurückgestuft. Die Glaubwürdigkeit des Wachstumskurses steht auf dem Prüfstand.
KI-Hoffnung: Cymbio-Übernahme
Mitten im Sturm setzt PayPal auf künstliche Intelligenz. Das Unternehmen will Cymbio übernehmen, eine Multi-Channel-Plattform für KI-gestützten Handel. Cymbio hilft Marken, über Microsoft Copilot, Perplexity und andere Kanäle zu verkaufen. Integrationen mit ChatGPT und Googles Gemini sind geplant.
Der Deal soll in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden. PayPal erhofft sich dadurch Kontrolle über eine Technologieebene, die vor der eigentlichen Zahlung ansetzt – dort, wo KI-Systeme Produkte für Nutzer suchen und bestellen. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Ausblick: Unter Beobachtung
Für 2026 rechnet PayPal mit leicht positivem bis niedrig einstelligem Wachstum im Branded Checkout. Venmo soll über zwei Milliarden Dollar Umsatz erreichen. Die geplanten Investitionen belasten die Transaktionsmarge um etwa drei Prozentpunkte, zwei Drittel davon fließen in Checkout und Buy-Now-Pay-Later.
Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Lores die operative Wende schafft und ob die Cymbio-Übernahme tatsächlich neue Wachstumsimpulse liefert. Der Abschluss der Übernahme und die nächsten Quartalsergebnisse dürften richtungsweisend sein.
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