PayPal-Aktien kosten aktuell 49,25 Euro. Wer nur auf die vergangenen vier Wochen schaut, sieht ein Comeback: plus 26,57 Prozent. Wer den Blick auf zwölf Monate weitet, sieht einen Kurssturz: minus 27,04 Prozent. Genau dieser Widerspruch prägt den Sommer von PayPal – und er wird am Dienstag auf die Probe gestellt, wenn der Konzern seine Quartalszahlen vorlegt.
Ein Chart mit zwei Gesichtern
Die kurzfristigen Daten sind eindeutig. Die Aktie notiert rund 23 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und gut 10 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI liegt bei 75,6 Punkten – tief in überkaufter Zone.
Die annualisierte Volatilität von knapp 55 Prozent zeigt, wie heftig die Ausschläge zuletzt waren. Vom Rekordhoch aus dem Oktober 2025 bleibt die Aktie dennoch rund 30 Prozent entfernt. Vom Tief im Februar 2026 hat sie sich dagegen um mehr als die Hälfte erholt.
Noch bemerkenswerter: Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 46,31 Euro – unter dem aktuellen Kurs. Ein seltenes Signal. Es zeigt, wie schnell sich die Stimmung nach Wochen voller Übernahmespekulationen um Stripe und Advent International gedreht hat.
Die Stablecoin-Wette
Hinter der Übernahme-Fantasie passiert bei PayPal etwas Grundsätzlicheres. Zusammen mit Visa und Mastercard unterstützt der Konzern Open USD, einen neuen dollarbasierten Stablecoin für den globalen Zahlungsverkehr. Mehr als 140 Partner stehen hinter dem Projekt. PayPal will Open USD direkt in Wallet und Händlernetzwerk einbinden.
Das ist keine symbolische Partnerschaft. Konsortiumspartner erhalten Erlösanteile aus den Stablecoin-Reserven sowie Mitspracherechte – echte wirtschaftliche Chancen, wenn die Volumina wachsen. Für ein Unternehmen, das jahrelang als träge galt, ist das ein Kurswechsel.
Während Stripe, Adyen und Apple Pay Marktanteile eroberten, blieb PayPal oft nur Zuschauer. Die Allianz mit den beiden größten Kartennetzwerken soll das ändern. Es ist ein echter Versuch, sich einen Platz am nächsten Zahlungstisch zu sichern.
Parallel dazu schrumpft PayPal an anderer Stelle. Der Konzern löst seine zehn Jahre alte Venture-Capital-Sparte PayPal Ventures im Zuge einer breiteren Restrukturierung auf. Die Botschaft an Investoren bleibt konsistent: weniger Nebenwetten, mehr Fokus auf das Kerngeschäft aus Wallet und Checkout – und nun ein Fuß in der Tür bei der Stablecoin-Abwicklung neben den größten Namen der Branche.
Geteiltes Echo an der Wall Street
Nicht jeder Analyst glaubt schon an die Wende. Piper Sandler senkte das Kursziel von 46 auf 42 Dollar und beließ die Einstufung bei Neutral. Als Begründung nannte die Bank ein langsameres Wachstum der Netzwerkvolumina und Druck auf die Monetarisierung im digitalen Zahlungsverkehr.
Andere sehen mehr Substanz. Goldman Sachs hob sein Kursziel auf 48 Dollar an, knapp über dem FactSet-Mittelwert von 47,21 Dollar. Die Einstufung bleibt dennoch bei Hold.
Das gespaltene Urteil passt zum technischen Bild: eine Aktie, die stark gelaufen ist, deren Kursziele der Rally aber nicht gefolgt sind.
Was der Anruf am Dienstag liefern muss
Am Dienstag legt PayPal Quartalszahlen vor – die erste Gelegenheit seit der Stripe-Advent-Annäherung, das Zusammenspiel aus Open USD, dem Rückzug aus dem Venture-Geschäft und den Checkout-Trends zu erklären. Reicht das aus, um Investoren von einer eigenständigen Strategie zu überzeugen, unabhängig davon, ob eine Übernahme am Ende zustande kommt?
Bei einem Kurs weit über beiden gleitenden Durchschnitten und tief in überkaufter Zone bleibt wenig Spielraum für eine lauwarme Vorstellung. Der Markt hat der Aktie in den vergangenen vier Wochen bereits einen erheblichen Vertrauensvorschuss gegeben.
Jetzt muss das Management zeigen, dass die Stablecoin-Wette echte Umsätze bringt – nicht nur Schlagzeilen rund um ein mögliches Übernahmeangebot.
PayPal-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PayPal-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:
Die neusten PayPal-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PayPal-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
PayPal: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
