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Symbolbild, KI-generiert

PayPal Aktie: Neuer CEO, alte Sorgen

PayPal startet mit neuem CEO Enrique Lores in ein schwieriges Jahr. Schwache Quartalszahlen, gescheiterte Übernahmegespräche und eine Sammelklage belasten den Zahlungsdienstleister.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Schwaches Umsatz- und Gewinnwachstum im letzten Quartal
  • Übernahmefantasien verpuffen nach kurzem Aktienrausch
  • Sammelklage wegen Wertpapierbetrug belastet zusätzlich
  • Analysten bleiben vorsichtig und senken Kursziele

Am 1. März 2026 hat Enrique Lores das Ruder bei PayPal übernommen – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Schwache Quartalszahlen, gescheiterte Übernahmespekulationen und eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs belasten den Zahlungsdienstleister. Der neue CEO steht vor der Aufgabe, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und das operative Geschäft wieder in Schwung zu bringen.

Führungswechsel nach enttäuschenden Zahlen

Der Wechsel an der Spitze kam nicht überraschend – zumindest nicht aus Sicht des Verwaltungsrats. Lores‘ Vorgänger Alex Chriss hatte zwar Fortschritte erzielt, doch Tempo und Umsetzung entsprachen nicht den Erwartungen des Boards. Die Entscheidung fiel parallel zur Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 – und die fielen schwach aus.

PayPal verfehlte sowohl bei Umsatz als auch beim Gewinn die Konsensprognosen. Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 3,7 Prozent auf 8,68 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 3,4 Prozent auf 1,23 Dollar zu. Das Transaktionsvolumen wuchs um 8,8 Prozent auf 475,14 Milliarden Dollar. Doch die zentrale Kennzahl bereitet Sorgen: Das Wachstum im Online-Checkout-Geschäft verlangsamte sich im vierten Quartal auf nur noch ein Prozent – nach sechs Prozent im Vorjahr. Schwäche im US-Einzelhandel, internationale Gegenwind und härtere Vergleichswerte drückten auf die Performance.

Für 2026 stellte PayPal einen Gewinnausblick in Aussicht, der von einem leichten Plus bis zu einem niedrigen einstelligen Rückgang reicht. Die Aktie brach nach den Zahlen am 3. Februar um über 20 Prozent ein.

Übernahmefantasie verpufft schnell

Ende Februar sorgte ein Bloomberg-Bericht kurzzeitig für Aufwind: Ein großer Wettbewerber und mehrere Private-Equity-Konsortien sollen unverbindliches Übernahmeinteresse signalisiert haben. Die Aktie legte daraufhin um zehn Prozent zu und löste eine Handelsunterbrechung wegen Volatilität aus.

Die Euphorie hielt nicht lange. Kurz darauf bestätigte sich, dass PayPal nicht in aktiven Gesprächen mit Stripe steht – dem Unternehmen, das viele als möglichen Käufer im Blick hatten. Die Aktie gab daraufhin um fast sechs Prozent nach. Die Fokussierung auf die fundamentale Lage kehrte zurück – und die ist angespannt.

Sammelklage belastet zusätzlich

Zu den operativen Herausforderungen gesellt sich rechtlicher Druck. Eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs wurde eingereicht, die sich gegen alle richtet, die PayPal-Aktien zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 erworben haben. Die Klage wirft dem Unternehmen vor, die Fähigkeit zur Umsetzung strategischer Initiativen übertrieben und Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs nicht ernst genug genommen zu haben. Investoren haben bis zum 20. April Zeit, sich als Hauptkläger zu registrieren.

Was Lores mitbringt

Enrique Lores war seit fast fünf Jahren Mitglied des PayPal-Boards und seit Juli 2024 dessen Vorsitzender. Zuvor führte er über sechs Jahre lang HP Inc. und leitete dort einen strategischen Umbau – weg vom reinen PC- und Druckergeschäft hin zu Services, Abonnements und neuen Arbeitsmodellen. Der Verwaltungsrat setzt darauf, dass Lores die Innovationsgeschwindigkeit erhöht, KI-Initiativen vorantreibt und die operative Disziplin stärkt.

PayPal investiert derzeit zwei Drittel seines strategischen Budgets in den Ausbau des Checkout-Geschäfts und Buy-Now-Pay-Later-Angebote. Der Rest fließt in Venmo-Loyalitätsprogramme und sogenannte „Agentic Commerce“-Initiativen. Zudem wurde PayPal im Evident AI Index 2026 als weltweit führend im Bereich KI-Talente eingestuft.

Analysten bleiben vorsichtig

RBC Capital hält an seiner Outperform-Bewertung fest, warnt aber, dass die Aktie kurzfristig bestenfalls seitwärts laufen dürfte. 2026 werde erneut ein Übergangsjahr. HSBC stufte PayPal von Kaufen auf Halten herunter und senkte das Kursziel auf 47 Dollar. Canaccord Genuity reduzierte das Ziel sogar auf 42 Dollar, trotz starkem Cashflow und attraktiver Bewertung.

Am 28. April 2026 folgt der erste Quartalsbericht unter Lores‘ Führung. Bis dahin bleibt offen, ob der neue CEO das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen kann.

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