PayPal hat im dritten Quartal beim Gewinn geliefert und beim Umsatz enttäuscht. Entscheidend ist nun, was der Konzern für die nächsten Jahre verspricht: ein Wachstumsmodell, das ohne die Rückkehr des klassischen Checkouts auskommen soll.
Gewinn über den Erwartungen, Umsatz darunter
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,45 Dollar. Das sind rund acht Prozent mehr als im Vorjahr und deutlich mehr als die erwarteten 1,31 Dollar. Beim Umsatz reichte es mit 8,58 Milliarden Dollar dagegen nicht ganz, der Markt hatte mit 8,71 Milliarden gerechnet.
Das Transaktionsvolumen wuchs um etwa zwei Prozent, ohne Zinseffekte um drei Prozent. Solide, aber kein Tempo, das Begeisterung auslöst. Frühere Quartalsberichte fielen oft schwächer aus und schickten die Aktie auf Talfahrt, diesmal gilt die Qualität der Zahlen als robuster.
Mittelfristziele ohne Checkout-Comeback
PayPal hob die Jahresziele für 2026 an, darunter Transaktionsvolumen, Gewinn je Aktie und freien Cashflow. Hinzu kommen neue Langfristziele: ein Volumenwachstum im mittleren einstelligen Bereich und ein Gewinnwachstum im zweistelligen Bereich.
Der Weg dorthin setzt nicht auf eine Erholung des Markencheckouts. Stattdessen sollen Venmo, das Geschäft mit Zahlungsdienstleistern und Finanzdienste wie Ratenkauf, Debit- und Kreditprodukte sowie Händlerkredite stärker wachsen.
Für 2027 stellt das Management ein Gewinnwachstum auf dem Niveau von 2026 in Aussicht. Der Konzern investiert dafür mehr in Volumen und Betriebskosten. Größere Effekte erwartet er erst ab 2028.
Analysten bleiben zurückhaltend
UBS senkte das Kursziel leicht von 61 auf 60 Dollar und bleibt bei „Neutral“. Die Bank hatte für das Quartal sogar nur 1,29 Dollar Gewinn je Aktie erwartet, würdigt die Zahlen also positiv, sieht aber in der ausgewogenen Wachstumsstrategie offenbar keinen Anlass für mehr Optimismus.
Die Bewertung wirkt unterdessen niedrig: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei gut zehn. Der Markt preist damit erkennbar Skepsis ein, ob PayPal das Wachstum jenseits des Checkouts tatsächlich liefern kann. Der nächste Beleg dafür sind die Zahlen zum Schlussquartal, mit denen der Konzern zeigen muss, dass die angehobene Jahresprognose für 2026 trägt.
Stand heute, 28. Oktober: PayPal – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in PayPal investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 28. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
