PayPal setzt im Rahmen seiner neuen strategischen Ausrichtung den Rotstift an und baut in mehreren Regionen Arbeitsplätze ab. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Standorte in Indien und Irland. In Indien wurden am Montag rund 220 Mitarbeiter über ihren Stellenverlust informiert, was etwa vier Prozent der dortigen Belegschaft entspricht.
Während das Unternehmen diese Zahl bestätigte, kursierten in Medienberichten teilweise höhere Angaben von bis zu 600 betroffenen Arbeitsplätzen. Den betroffenen Angestellten wurde der Systemzugang unmittelbar nach der Benachrichtigung entzogen.
Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerung
Auch in Irland plant der Zahlungsdienstleister signifikante Kürzungen. Medienberichten zufolge sollen dort rund 160 Stellen wegfallen, was knapp zwölf Prozent der irischen Belegschaft von insgesamt 1.380 Mitarbeitern ausmacht. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Restrukturierungsplans, mit dem die Unternehmensführung die Effizienz steigern und die Kostenbasis deutlich senken will.
Bis zum Ende des laufenden Jahres strebt PayPal Einsparungen in Höhe von 400 Millionen US-Dollar an. Langfristig sieht das Programm vor, innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre die Ausgaben um mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar zu reduzieren.
Übernahmespekulationen stützen den Kurs
Die Anleger reagierten positiv auf die Nachrichten über den verschärften Sparkurs und die anhaltenden Spekulationen am Markt. Das Papier legte gestern um 3,7 Prozent zu und ging bei 48,91 Euro aus dem Handel. Damit konnte die Aktie einen Teil ihrer Verluste aus dem bisherigen Jahresverlauf wettmachen, notiert jedoch weiterhin rund 31 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 70,78 Euro.
Gestützt wurde die Kursbewegung auch durch Gerüchte über ein mögliches neues Übernahmeinteresse. Nachdem Verhandlungen mit einem Konsortium aus Stripe und Advent über ein Gebot von mehr als 50 Milliarden US-Dollar zuletzt gescheitert waren, rücken nun unbestätigte Berichte über einen weiteren potenziellen Bieter in den Fokus.
Insiderverkäufe und Dividendentermin
Parallel zum operativen Umbau verzeichnet das Unternehmen Bewegungen im Management. Frank Keller, President Checkout Solutions, plant laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC den Verkauf von 4.612 Aktien. Diese stammen aus der Zuteilung von Restricted Stock Units (RSUs) vom Dienstag.
Auch andere Führungskräfte, darunter President Global Markets Suzan Kereere und Chief Risk Officer Aaron Webster, erhielten am Dienstag Aktien im Zuge der planmäßigen Umwandlung von Vergütungsrechten, wobei ein Teil der Papiere zur Deckung von Steuerverpflichtungen einbehalten wurde.
Für Anleger ist zudem der heutige Freitag von Bedeutung: Die Aktie wird am heutigen 4. September ex-Dividende gehandelt. Die Quartalsausschüttung beträgt 0,14 US-Dollar pro Anteilsschein. Inmitten der Neuausrichtung bleibt die operative Entwicklung des Konzerns im Blickfeld.
Während das Umsatzwachstum zuletzt bei fünf Prozent lag, stützen derzeit vor allem massive Aktienrückkäufe die Kennzahlen. Marktbeobachter bewerten die Aktie derzeit mehrheitlich neutral. Ein wesentliches Risiko bleibt die erfolgreiche Umsetzung der Kostensenkungsziele in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld für digitale Zahlungsdienstleistungen.
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