PayPal steckt in einer der schwierigsten Phasen seit seinem Börsengang. Eine neue Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs, ein überraschender CEO-Wechsel und ein eingebrochenes Kerngeschäft – all das trifft das Unternehmen gleichzeitig. Wie tief sitzt der Schaden?
Der Auslöser: Ein schwarzer Tag im Februar
Am 3. Februar 2026 brach die PayPal-Aktie in einer einzigen Handelssitzung um mehr als 20 Prozent ein. Auslöser war eine Kombination aus enttäuschenden Quartalszahlen und einem überraschenden Führungswechsel.
Im vierten Quartal 2025 erzielte PayPal einen Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar – und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 8,80 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie sah es ähnlich aus: 1,23 Dollar statt der erwarteten 1,28 Dollar. Besonders alarmierend war die Verlangsamung im Kerngeschäft: Das Wachstum beim markengebundenen Checkout fiel von sechs Prozent im Vorjahr auf gerade noch ein Prozent – belastet durch Schwäche im US-Einzelhandel und internationalen Gegenwind.
Gleichzeitig zog PayPal seine Finanzziele für 2027 zurück, die erst ein Jahr zuvor kommuniziert worden waren. Als Begründung nannte das Unternehmen makroökonomische Faktoren, Wettbewerbsdruck sowie „operative und Umsetzungsprobleme in allen Regionen“.
Neuer Chef, alte Probleme
Das PayPal-Board ersetzte CEO Alex Chriss durch Enrique Lores, den langjährigen Vorstandschef von HP. Die Begründung war ungewöhnlich offen: Das Tempo bei Veränderungen und Umsetzung habe nicht den Erwartungen des Boards entsprochen. Lores soll nun Innovation, KI-Initiativen und operative Disziplin beschleunigen.
Parallel dazu häufen sich die rechtlichen Probleme. Gestern reichte die Kanzlei Robbins Geller Rudman & Dowd eine weitere Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs ein. Kläger, die zwischen Februar 2025 und Februar 2026 PayPal-Aktien erworben haben, können sich bis zum 20. April 2026 als Hauptkläger bewerben. Die Klage wirft PayPal und mehreren aktuellen sowie früheren Führungskräften Verstöße gegen den Securities Exchange Act vor. Es ist nicht die einzige aktive Klage: Weitere Verfahren betreffen mutmaßlichen Provisionsbetrug durch den Dienst Honey sowie Vorwürfe wegen Händlergebühren-Regeln.
Strategische Ambitionen trotz Gegenwind
Inmitten der Turbulenzen treibt PayPal seine technologischen Initiativen voran. Das Unternehmen baut sogenannte Agentic-Commerce-Dienste aus und kooperiert mit OpenAI, um Sofort-Checkout-Funktionen in ChatGPT zu integrieren. Im Bereich Blockchain-Zahlungen arbeitet PayPal mit TCS zusammen, um seinen PYUSD-Stablecoin für Abrechnungen im Transportsektor einzusetzen – mit behaupteten Kosteneinsparungen von bis zu 90 Prozent gegenüber traditionellen Finanzierungsmodellen.
Ob diese Initiativen das angeschlagene Kerngeschäft kompensieren können, wird sich zeigen. Analysten haben ihre Gewinnschätzungen nach unten revidiert, und der Abstieg aus dem S&P 100 unterstreicht den Vertrauensverlust. Die Aktie notiert aktuell rund 29 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark der mittelfristige Trend belastet ist.
Erster Test unter neuer Führung
Der nächste entscheidende Moment kommt am 5. Mai 2026: Dann legt PayPal seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor – der erste vollständige Quartalsbericht unter Lores. Märkte und Analysten werden vor allem darauf achten, wie das Management die Erholung im Checkout-Geschäft, die KI-Strategie und den Umgang mit den laufenden Klagen kommuniziert. Ein überzeugender Ausblick wäre der erste Schritt zurück in Richtung Glaubwürdigkeit.
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