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PayPal Aktie: Klagewelle und Chaos

PayPal sieht sich mit Sammelklagen wegen angeblicher Täuschung über Wachstumsaussichten konfrontiert, nachdem schwache Quartalszahlen und ein CEO-Wechsel den Aktienkurs einbrechen ließen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zwei Anwaltskanzleien erheben Vorwürfe des Wertpapierbetrugs
  • Aktie stürzte nach enttäuschenden Zahlen um über 20 Prozent ab
  • Neuer CEO Enrique Lores übernimmt in schwieriger Phase
  • Analysten reagieren mit Herabstufungen verhalten

PayPal steht massiv unter Druck. Gleich zwei Anwaltskanzleien haben Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs eingereicht – und das nur wenige Wochen, nachdem das Unternehmen seinen CEO gefeuert und mit enttäuschenden Quartalszahlen die Anleger verschreckt hat. Die Vorwürfe wiegen schwer: PayPal soll den Markt über seine Wachstumsaussichten getäuscht haben.

Die Vorwürfe im Kern

Heute meldete sich The Schall Law Firm zu Wort und erinnerte Investoren an eine laufende Sammelklage gegen PayPal. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe zwischen dem 25. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 falsche und irreführende Aussagen gemacht. Konkret soll PayPal Vertrauen in das Wachstum seines Branded-Checkout-Geschäfts signalisiert haben, obwohl die eigene Vertriebsmannschaft nach internem Kenntnisstand nicht in der Lage war, die kommunizierten Ziele zu erreichen. Auch die Aussagen zur Kundenakzeptanz seien „zu optimistisch“ gewesen.

Eine zweite Kanzlei, Kessler Topaz Meltzer & Check, hatte bereits früher in der Woche eine ähnliche Klage eingereicht. Beide richten sich an Aktionäre, die im genannten Zeitraum Papiere erworben haben. Die Frist für betroffene Anleger, sich als Lead Plaintiff zu qualifizieren, endet am 20. April 2026.

Der Auslöser: Drastischer Kurssturz nach schwachen Zahlen

Die Klagen haben ihren Ursprung in einem dramatischen Ereignis Anfang Februar. Am 3. Februar 2026 präsentierte PayPal seine Q4- und Gesamtjahreszahlen für 2025 – und verfehlte die Erwartungen deutlich. Der Umsatz lag bei 8,68 Milliarden US-Dollar statt der erwarteten 8,80 Milliarden, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,23 US-Dollar statt 1,28 US-Dollar. Gleichzeitig verkündete das Unternehmen überraschend den Austausch des CEO. Die Reaktion war brutal: Die Aktie brach um 20,3 Prozent ein und schloss bei 41,70 US-Dollar.

Besonders problematisch: Das Wachstum im Online-Branded-Checkout-Geschäft verlangsamte sich im vierten Quartal auf nur noch ein Prozent – verglichen mit sechs Prozent im Vorjahr. Schwäche im US-Einzelhandel, internationale Gegenwind und härtere Vergleichswerte belasteten.

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Neuer Chef, neue Hoffnung?

Seit dem 1. März 2026 führt Enrique Lores PayPal als Präsident und CEO. Er löste Alex Chriss ab, der das Unternehmen durch eine schwierige Phase steuern sollte, aber offenbar nicht das erhoffte Tempo vorlegen konnte. Lores war zuvor mehr als sechs Jahre lang Chef von HP und soll nun Innovation, KI-Initiativen und operative Disziplin beschleunigen. David W. Dorman wurde zum unabhängigen Board Chair ernannt.

Die Analystenreaktionen fielen verhalten aus. KGI Securities stufte PayPal am 2. März von „Outperform“ auf „Neutral“ herab, Canaccord Genuity reduzierte das Rating bereits am 4. Februar von „Buy“ auf „Hold“.

Ausblick: Schmaler Grat

Für 2026 rechnet PayPal mit einem bereinigten Gewinn je Aktie, der von einem niedrigen einstelligen Rückgang bis zu einem leichten Plus reichen könnte. Das Unternehmen setzt auf neue Partnerschaften – darunter die Übernahme von Cymbio, einer Plattform für KI-gestützte Produktkataloge, und die Nutzung der PYUSD-Stablecoin für On-Chain-Abrechnungen in der Transportbranche. Ob diese Initiativen ausreichen, um das Vertrauen zurückzugewinnen, wird sich zeigen. Mit einem neuen CEO, der gerade eine Woche im Amt ist, und eskalierten Rechtsstreitigkeiten steht PayPal vor einer Phase, in der nur Taten zählen – keine Versprechungen.

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