Für PayPal spitzt sich die Lage dramatisch zu. Gerade erst hat der Zahlungsdienstleister mit Enrique Lores einen neuen CEO installiert, da droht bereits juristisches Ungemach durch mehrere Sammelklagen. Nach enttäuschenden Zahlen und einem massiven Kursrutsch im Februar steht das Unternehmen nun unter doppeltem Druck: Gelingt der operative Turnaround, während Anwälte gegen den Konzern mobil machen?
Vorwürfe des Wertpapierbetrugs
Der juristische Druck auf den Fintech-Riesen hat sich in dieser Woche deutlich erhöht. Mehrere US-Kanzleien, darunter Levi & Korsinsky sowie Glancy Prongay Wolke & Rotter, bereiten Sammelklagen wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs vor. Im Kern geht es um den Vorwurf, PayPal habe zwischen Februar 2025 und Februar 2026 Investoren getäuscht.
Die Klageschriften argumentieren, das Management habe die Fähigkeit zur Umsetzung von Geschäftsinitiativen übertrieben dargestellt und Bedenken hinsichtlich der wachsenden Konkurrenz zu Unrecht abgewiegelt. Insbesondere die Probleme bei der „Branded Checkout“-Initiative seien verschleiert worden. Anleger, die in diesem Zeitraum Verluste erlitten haben, können sich bis zum 20. April 2026 als Hauptkläger melden.
Auslöser war der Quartalsbericht
Die Klagewelle ist eine direkte Reaktion auf den Quartalsbericht vom 3. Februar, der die Anleger auf dem falschen Fuß erwischte. PayPal verfehlte mit einem Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,23 US-Dollar die Erwartungen der Analysten deutlich. Besonders alarmierend war das Wachstum im wichtigen Bereich „Branded Checkout“, das sich auf nur noch 1 % verlangsamte.
Der Markt reagierte damals heftig: Die Aktie stürzte an einem einzigen Tag um über 20 % ab. Auch aktuell notiert das Papier mit 40,43 Euro weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 67,50 Euro. Das Unternehmen musste zudem seine erst vor einem Jahr ausgegebenen Finanzziele für 2027 zurückziehen und begründete dies mit makroökonomischen Faktoren sowie operativem Gegenwind.
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Neuer CEO unter Zugzwang
Inmitten dieser Turbulenzen hat zum 1. März 2026 Enrique Lores das Ruder übernommen. Der ehemalige CEO von HP folgt auf Alex Chriss und soll nun richten, was zuletzt schiefging. Der Vorstand begründete den Wechsel mit Bedenken hinsichtlich des Umsetzungstempos und erwartet von Lores eine Beschleunigung bei Innovationen und KI-Initiativen.
Lores übernimmt ein Unternehmen, das zwar weiterhin enorme Volumina abwickelt – 1,79 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 – aber Marktanteile an Tech-Giganten wie Apple und Google zu verlieren droht. Für das Jahr 2026 stellt PayPal lediglich ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich in Aussicht.
Parallel zu den strategischen und rechtlichen Herausforderungen wurde die Aktie heute Ex-Dividende gehandelt (0,14 US-Dollar). Für Anleger bleibt jedoch entscheidend, ob Lores seine operative Erfahrung von HP schnell auf das komplexe Zahlungsgeschäft übertragen kann. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen müssen, ob die versprochene Skalierung der Produktneuerungen greift, bevor der juristische Streit weiter eskaliert.
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