PayPal steckt im Spagat zwischen günstiger Bewertung, wachsendem Konkurrenzdruck und skeptischen Investoren. Ein frischer Downgrade von „Buy“ auf „Hold“ sorgt kurz vor der wichtigen Quartalsbilanz für zusätzlichen Gegenwind. Entscheidend ist nun, ob das Management mit konkreten Zahlen belegen kann, dass die aktuelle Schwächephase nicht in einer Dauerbaustelle endet.
Neues Downgrade verschärft Skepsis
Am Sonntag haben die Analysten von Wall Street Zen ihre Einstufung für die PayPal-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen. In einer Phase, in der der Kurs ohnehin seit Monaten nachgibt, verstärkt das die ohnehin negative Stimmung.
Die Aktie notiert aktuell deutlich unter ihrem Niveau vom Jahresanfang und rund ein Drittel unter dem Stand vor zwölf Monaten. Trotz der Schwäche zeigt sich technisch eine leichte Erholung vom 52‑Wochen-Tief, doch der Titel bleibt klar belastet. Parallel dazu ist die Marktkapitalisierung auf rund 53,2 Milliarden US‑Dollar zusammengeschrumpft – ein deutliches Signal, wie stark der Markt die künftigen Wachstumsaussichten herabstuft.
Günstig bewertet – oder Value Trap?
Bewertungsseitig wird PayPal inzwischen eher wie eine klassische Bank als wie ein Wachstumswert gehandelt. Für das Geschäftsjahr 2026 liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis nur noch im Bereich von etwa 10 bis 11,4. Historisch ist das niedrig für einen globalen Zahlungsdienstleister mit starker Marke und großer Kundenbasis.
Genau dieses „Schnäppchen-Niveau“ spiegelt aber die Sorge wider, dass PayPal in eine Value Trap abrutscht – also günstig aussieht, ohne dass sich daraus wieder ein dynamischer Wachstumskurs ergibt. Hintergrund sind Zweifel am Geschäftsmodell in einem zunehmend umkämpften Markt und die Frage, ob das Unternehmen verlorenes Momentum zurückgewinnen kann.
Klarna greift Kernbereich an
Besonders deutlich zeigt sich der Wettbewerbsdruck im Kerngeschäft. Der schwedische Anbieter Klarna hat im Januar sein Angebot deutlich ausgeweitet und bietet neben „Buy Now, Pay Later“ nun auch direkte Peer-to-Peer-Zahlungen an.
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Damit zielt Klarna direkt auf Segmente, in denen PayPal mit Diensten wie Venmo bislang gut abgesichert schien. Wenn Klarna hier nennenswert Nutzer abzieht, würde das ausgerechnet jene Bereiche treffen, die lange als strategischer Schutzwall galten. Kein Wunder also, dass Investoren die Entwicklung aufmerksam verfolgen und den Bewertungsabschlag auch als Ausdruck dieses Marktrisikos sehen.
KI-Partnerschaften mit Microsoft und Google
Das Management um CEO Alex Chriss versucht, die Gegenwinde mit technologischen Initiativen zu kontern. Anfang Januar hat PayPal strategische Kooperationen mit Microsoft und Google bestätigt. Herzstück ist unter anderem die Integration von Microsofts Copilot in den Checkout-Prozess.
Ziel dieser Schritte ist es, den Bezahlvorgang für Kunden zu vereinfachen und die Conversion-Raten der Händler zu steigern. Gelingt das, könnte sich dies mittelfristig in höheren Transaktionsvolumina und besseren Margen niederschlagen. Bislang bleibt die erhoffte Kursreaktion aber aus – der Markt scheint auf harte Belege in Form messbarer Umsatzeffekte zu warten.
Q4-Zahlen als möglicher Wendepunkt
Am 3. Februar 2026 legt PayPal seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Der Konsens rechnet mit einem Gewinn je Aktie von rund 1,27 bis 1,34 US‑Dollar. Diese Spanne setzt die Messlatte klar: Bleibt PayPal darunter oder liefert ein verhaltenes Ausblicksszenario für 2026, könnte der Kurs erneut unter Druck geraten und das bisherige Jahrestief in den Fokus rücken.
Umgekehrt würde ein solides Zahlenwerk mit zuversichtlicher Prognose die aktuelle Bewertung in ein anderes Licht rücken. Gerade vor dem Hintergrund des niedrigen KGVs und der KI-Initiativen hätte ein überzeugender Bericht das Potenzial, die Erzählung vom möglichen Value Trap-Szenario zu relativieren. Für den Moment bleibt das Bild jedoch klar: Die Aktie handelt nahe ihren Tiefstständen, und ohne positive Signale aus dem Februar-Bericht dürfte sich an dem skeptischen Grundton wenig ändern.
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